Die Inflationsrate in der Eurozone sinkt im Januar der vorläufigen Schätzung zufolge von 1.9 % auf 1.7 %. Der Rückgang ist vor allem den im Jahresvergleich niedrigeren Energiepreisen zu verdanken. Sie fielen gegenüber dem Vorjahresmonat um 4.1 %. In Anbetracht aktuell gestiegener Benzin- und Dieselpreise mag dies verwundern, doch im Vorjahresmonat waren die Energiepreise noch deutlicher gestiegen. Dieser Basiseffekt dämpft nun die Preisentwicklung.
von Thomas Gitzel, Chief Economist VP Bank
Umso interessanter ist der Blick auf die Teuerungsentwicklung ohne die volatilen Energie- und Nahrungsmittelpreise (Kerninflation). Und auch hier gibt es gute Nachrichten, denn die Kerninflationsrate geht ebenfalls zurück, von 2.3 % auf 2.2 %. Dies ist wiederum dem geringeren Preisauftrieb im Bereich von Dienstleistungen zuzuschreiben. Die Lohnsteigerungen in diesem Sektor nehmen ab, was die Notwendigkeit von Preisanpassungen reduziert.
Die Rufe nach einer Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) dürften lauter werden. Nicht nur, weil die Teuerungsrate nun unter dem EZB-Zielniveau von 2 % liegt. Vielmehr kommt mit den höheren Euro-Notierungen ein Punkt hinzu, der zu einem Umdenken in der EZB führen könnte.
Wir dürfen jedenfalls auf die Wortwahl an der EZB-Medienkonferenz (am Donnerstag, 5.2.) gespannt sein. Zu vermuten ist, dass die Tür für eine Zinssenkung zumindest einen Spalt breit geöffnet wird. (VP Bank/mc)
