Digitale Kluft: Bundesrat sieht keinen neuen Handlungsbedarf

Als «digitale Kluft» gelten bestehende Ungleichheiten im Zusammenhang mit digitalen Technologien.

Bern – Die digitale Ausgrenzung bleibt in der Schweiz eine Realität. Der Bundesrat erachtet die bisherigen Massnahmen jedoch als wirksam und ausreichend flexibel. Auf eine neue nationale Inklusionsstrategie wird daher verzichtet.

Als «digitale Kluft» gelten bestehende Ungleichheiten im Zusammenhang mit digitalen Technologien, wie es in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht des Bundesrats heisst. Bestellt hatte diesen das Parlament mit einem überwiesenen Postulat von Nationalrätin Céline Weber (GLP/VD) .

Dieses Phänomen wird im Bericht in drei Ebenen unterteilt: die Zugangskluft, also die Verfügbarkeit von Internet und Geräten; die Kompetenzkluft, womit fehlende individuelle Fähigkeiten gemeint sind; sowie die Nutzungskluft, den tatsächlichen Nutzen, den Einzelne aus den Technologien ziehen können.

Besonders vulnerabel sind gemäss dem Bericht ältere Menschen ab sechzig Jahren, Personen ohne höhere Ausbildung, Menschen in einer prekären finanziellen Situation sowie Personen, die eine unqualifizierte Tätigkeit ausüben. Auch Angehörige der ersten Migrationsgeneration sowie Menschen mit Behinderungen, für die digitale Hilfsmittel oft ein Hindernis darstellen, zählen zu den Risikogruppen.

Zudem weisen Frauen häufiger geringere digitale Kompetenzen auf als Männer. Oft sind betroffene Personen von mehreren dieser Vulnerabilitäten gleichzeitig betroffen.

Obwohl die bestehenden Angebote die Kluft nicht vollständig beseitigen konnten, bewertet der Bundesrat die aktuelle Lage nicht als alarmierend. Er erachtet eine neue nationale Strategie zur digitalen Inklusion derzeit als nicht erforderlich.

Die Vielzahl bestehender dezentraler Initiativen zur Kompetenzförderung wird insgesamt als wirksam eingeschätzt. Das heutige pragmatische System sei flexibel genug, um sich auch an künftige Entwicklungen – wie etwa die künstliche Intelligenz – anzupassen.

Aus diesem Grund plant der Bundesrat aktuell weder zusätzliche Massnahmen noch die Bereitstellung weiterer Mittel. Die laufenden Massnahmen sollen stattdessen im Rahmen der bestehenden Strukturen fortgeführt und gestärkt werden. (awp/mc/ps)

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