Fluorchlorkohlenwasserstoffe gelten als Ursache für das Ozonloch, das mehr UV-Strahlen auf die Erde lässt. Nun haben Forscher herausgefunden: Der Abbau der schützenden Schicht begann durch eine andere Chemikalie.
1985 bewiesen britische Forscher die Existenz des Ozonlochs. Durch die Öffnung in der schützenden Ozonschicht um die Erde treffen verstärkt ultraviolette Strahlen auf die Oberfläche des Planeten. Als Ursache für den Abbau der Ozonschicht gelten Fluorchlorkohlenwasserstoffe, kurz FCKW. Doch nun zeigt eine Studie, dass die Ozonschicht schon vor der Verbreitung von FCKW dünner geworden ist – Ursache dafür sei eine andere Industriechemikalie namens Tetrachlomethan (CCl4) gewesen, heisst es.
Diese Substanz wurde als Lösungsmittel genutzt, lange bevor FCKW in Kühlanlagen und Sprühdosen weitverbreitet waren. »Aus Lehrbüchern wissen wir, dass FCKW zum Ozonabbau führen«, sagt der Erstautor der Studie Jian Guan vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge. »Es stellte sich jedoch heraus, dass eine andere Verbindung den Ozonabbau viel früher verursachte als FCKW. Das war eine grosse Überraschung.«
