EU-Schluss: ESTX50 gewinnt 0,4% auf 3’473 Punkte

Boerse

London – Europas Börsen haben am Dienstag erneut moderate Kursgewinne verzeichnet. Die Anleger seien immer noch in Kauflaune, da es keine neuen Nachrichten zum Handelskonflikt zwischen den USA und Europa sowie China gebe, schrieb Analyst David Madden vom Broker CMC Markets UK. An der Wall Street, die ab dem Nachmittag oft die weitere Richtung für die europäischen Handelsplätze vorgibt, legten die Aktienkurse ebenfalls weiter zu.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 schloss 0,37 Prozent fester bei 3473,31 Punkten und setzte damit seine Erholung fort. In Paris ging es für den CAC 40 um 0,67 Prozent auf 5434,36 Punkte nach oben.

Dagegen schaffte der Londoner Leitindex FTSE 100 («Footsie») nur ein Plus von 0,05 Prozent auf 7692,04 Zähler. Am Montag hatte ihn das schwache Pfund noch um fast ein Prozent in die Höhe getrieben, da eine nachgebende Heimatwährung den Absatz von Waren im Ausland erleichtern kann. Nach dem Rücktritt des britischen Aussenministers Boris Johnson sowie des Brexit-MinistersDavid Davis zu Wochenbeginn stellen sich die Anleger nun die Frage, ob die Regierung hält und Premierministerin Theresa May es schafft, die Brexit-Verhandlungen mit der Europäischen Union zu Ende zu führen.

Im europäischen Branchenvergleich favorisierten die Anleger dank der steigenden Ölpreise die Aktien der Öl- und Gaskonzerne: Der zuletzt schon starke Subindex im marktbreiten Stoxx Europe 600 gewann weitere 1,38 Prozent. Dagegen nahmen die zuletzt von ihren Tiefs erholten Indizes der Banken und Telekommunikationsunternehmen mit Verlusten von 0,61 beziehungsweise 0,49 Prozent die hinteren Plätze in der Übersicht ein.

In London legten die Aktien von Ocado nach Halbjahreszahlen eine Berg- und Talfahrt hin, bevor sie letztlich mit einem Kurssprung von rund neun Prozent als Spitzenreiter aus dem Handel gingen. Analysten sahen das operative Ergebnis des neu in den «Footsie» aufgenommenen Online-Supermarktes unter den Erwartungen. Höhere Investitionen in die Kapazitätserweiterung hätten auf die Profitabilität gedrückt, schrieb Arnaud Joly von der französischen Bank Societe Generale. Das Unternehmen habe sich aber zuversichtlich gezeigt mit Blick auf den Rest des Jahres, sagten Experten mehrerer Banken, nicht zuletzt zur Produktivität und positiven Skaleneffekten.

Für die Anteilscheine von Sky ging es immerhin um 2,25 Prozent nach oben. Rupert Murdochs Medienkonzern 21st Century Fox bereitet laut einem Zeitungsbericht ein höheres Angebot für den britischen Bezahlsender vor, um die Offerte des US-Kabelriesen Comcast zu übertrumpfen.

Derweil liess die Genehmigung der US-Handelskommission (FTC) für die Übernahme des irischen Pharmakonzerns Shire durch den japanischen Konkurrenten Takeda die Anleger kalt: Die an der Londoner Börse notierten Shire-Aktien gewannen lediglich 0,16 Prozent. Laut Takeda steht noch die Genehmigung von Behörden in mehreren Ländern aus – ebenso wie die Zustimmung durch die Aktionäre beider Gesellschaften.

Spitzenreiter im EuroStoxx waren die Aktien von Airbus mit einem Gewinn von knapp vier Prozent. Analyst Benjamin Heelan von der US-Bank Merrill Lynch hatte die Anteilscheine des Flugzeugbauers und Rüstungskonzerns auf eine Empfehlungsliste gesetzt. Die höheren Auslieferungen im Juni stützten die Annahme eines besseren zweiten Halbjahres, hiess es zur Begründung. (awp/mc/ps)

Euronext

Exit mobile version