EU-Verlauf: Frischer Optimismus im Handelsstreit sorgt für Erholung

Boerse

Paris – Erneut geben Signale aus den Verhandlungen im Handelsstreit zwischen den USA und China am Donnerstag die Richtung für den Aktienmarkt vor: Der EuroStoxx50 kletterte in den ersten anderthalb Stunden des Handels um 1,20 Prozent auf 3654 Punkte und erholte sich damit wieder deutlich von seinem zweitägigen Rücksetzer.

Trotz neuer politischer Spannungen kämen die beiden Grossmächte in ihren Gesprächen voran, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf informierte Kreise. Die Bemerkungen von US-Präsident Donald Trump vom Dienstag, wonach sich eine Einigung noch hinziehen könnte, seien nicht so zu verstehen, dass die Gespräche feststeckten, hiess es. Trump hatte die Anleger damit tags zuvor noch kalt erwischt und zu Verkäufen bewogen.

Politisch gossen die USA sogar weiteres Öl ins Feuer: Nachdem Trump erst vor wenigen Tagen die sogenannten Hongkong-Gesetze zur Unterstützung der Demokratiebewegung in der chinesischen onderverwaltungszone unterzeichnet hatte, beschloss das US-Repräsentantenhaus nun ein Gesetz zur Unterstützung der Menschenrechtslage der Uiguren im Nordwesten Chinas. China zeigte sich empört. Umso erleichternder daher die Meldung, dass die Handelssgespräche dennoch konstruktiv bleiben.

Unter den Einzelwerten ragten Orange mit einem Kursrutsch von zeitweise fast 5 Prozent klar heraus. Damit rutschen die Papiere während des Kapitalmarkttages des Telekomkonzerns unter ihre 200-Tage-Linien. Die Experten von Goldman Sachs und von der UBS sind sich mit Blick auf den Ausblick der Franzosen bis 2023 einig: Die kurzfristigen Ziele seien eher enttäuschend, gen Ende des Zeitraumes sehe es dann deutlich besser aus. Das Analysehaus Jefferies hob entsprechend hervor, dass der Beginn rückläufiger Investitionen bis 2022 verzögert worden sei. (awp/mc/pg)

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