EU-Schluss: ESTX50 gewinnt 1,9% auf 3009 Zähler

Boerse

Paris – Die Anleger in Europa haben am Montag die wieder gestiegenen Chancen von Hillary Clinton auf die US-Präsidentschaft gefeiert. Rückenwind erhielt die demokratische Kandidatin durch eine Mitteilung der US-Bundespolizei FBI, welche sie in der E-Mail-Affäre entlastete. Dazu half der schwache Euro, der tendenziell Produkte der Eurozone für Käufer ausserhalb des Währungsraums verbilligt, den hiesigen Aktienkursen auf die Beine.

Der EuroStoxx 50 ging einen Tag vor der Wahl 1,85 Prozent höher bei 3009,28 Punkten aus dem Handel, nachdem er zuvor sechs Tage in Folge mit Verlusten geschlossen hatte. Das Minus von gut vier Prozent in der vergangenen Woche war das grösste für den Leitindex der Eurozone seit Februar gewesen. Der französische CAC-40-Index erholte sich am Montag um 1,91 Prozent auf 4461,21 Punkte und der britische FTSE-100-Index gewann 1,70 Prozent auf 6806,90 Punkte.

Am Sonntag hatte FBI-Chef James Comey dem US-Kongress in einem Brief mitgeteilt, dass eine Prüfung neu entdeckter E-Mails keine Hinweise auf ein kriminelles Verhalten von Clinton ergeben habe. Die am 28. Oktober von Comey angekündigte, neuerliche Untersuchung hatte Clinton zuletzt leichte Einbussen in den Umfragen eingebrockt und die Finanzmärkte deutlich unter Druck gesetzt. Bereits im Juli hatte die Behörde der Demokratin keinen bewussten Gesetzesverstoss mit dienstlichen E-Mails attestiert.

Nun geht Clinton als Favoritin in die Präsidentschaftswahl an diesem Dienstag: Umfragen vom Sonntag – noch vor der FBI-Mitteilung – zeigten sie mit einem Vorsprung von bis zu fünf Prozentpunkten vor dem republikanischen Kandidaten Donald Trump. Sie signalisierten auch eine solide Führung Clintons bei den Stimmen im Wahlmännergremium, das am Ende den Präsidenten entsprechend der Ergebnisse in den einzelnen Bundesstaaten bestimmt.

Im europäischen Branchenvergleich gab es zum Wochenstart nur Gewinner: Die Nase vorn hatten die Rohstoffwerte: Der Subindex im marktbreiten Stoxx Europe 600 stieg um 3,09 Prozent. Dahinter gewannen die Indizes der Banken und Versicherer 2,85 beziehungsweise 2,26 Prozent. Börsianern zufolge würde ein Wahlsieg Clintons die Wahrscheinlichkeit einer US-Zinsanhebung im Dezember erhöhen.

Der Bankenindex profitierte zudem von starken Geschäftszahlen der HSBC , deren Aktien um 4,62 Prozent anzogen. Das operative Geschäft des britischen Branchenvertreters war im dritten Quartal besser gelaufen als erwartet. Wegen einiger ausserordentlicher Belastungen fiel für die an der Börse wertvollste Bank Europas unter dem Strich aber ein Minus von 204 Millionen Dollar an.

Am wenigsten gefragt in Europa waren hingegen Papiere von Versorgern, deren Index aber immer noch einen Gewinn von 0,35 Prozent schaffte. Die Branche gilt als besonders widerstandsfähig in einem negativen Umfeld und ist bei einer guten Marktstimmung weniger populär bei den Anlegern.

Unter den Einzelwerten stach noch die Billigfluggesellschaft Ryanair mit einem gut fünfprozentigen Kursplus heraus. Die Iren hatten in ihrem zweiten Geschäftsquartal dank eines Passagierrekords einen unerwartet grossen Gewinnsprung gemacht. Zudem soll die Zahl der Passagiere stärker zunehmen als bisher avisiert. Ferner plant Ryanair einen Aktienrückkauf im Umfang von bis zu 550 Millionen Euro.

Die Aktien von PostNL verteuerten sich dank Übernahmehoffnungen um 3,80 Prozent. Das belgische Postunternehmen Bpost will den niederländischen Dienstleister für rund 2,5 Milliarden Euro übernehmen, was laut Bpost einer Aufbesserung einer früheren Offerte entspricht. Den Belgiern zufolge entstünde mit dem Zusammenschluss eines der führenden Post- und Logistikunternehmen Europas. Die Bpost-Titel gaben um knapp ein halbes Prozent nach. (awp/mc/pg)

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