EU-Schluss: ESTX50 gewinnt 0,7% auf 3’092 Punkte

Boerse

London – Vor der Zinssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) an diesem Donnerstag haben sich die Anleger an Europas Börsen vorsichtig optimistisch gezeigt. Mit der erwarteten Verlängerung und Volumenausweitung des Anleihen-Kaufprogramms würden die Anleiherenditen niedrig und Aktien als Anlageklasse attraktiv bleiben.

Der EuroStoxx 50 schloss am Mittwoch 0,70 Prozent höher bei 3091,66 Punkten. Zwischenzeitlich war der Leitindex der Eurozone sogar auf den höchsten Stand seit Ende Mai geklettert.

Der CAC 40 gewann 0,61 Prozent auf 4557,66 Zähler. Für den Londoner FTSE 100 hingegen ging es lediglich um 0,30 Prozent auf 6846,58 Punkte nach oben. Grossbritannien ist kein Mitglied des Euro-Währungsraums.

«Die Erwartungen an das EZB-Treffen sind hoch», schrieb Marktanalyst Jochen Stanzl vom Handelshaus CMC Markets. Damit sei aber auch der Raum für Enttäuschungen entsprechend gross. Eine blosse Verlängerung des Anleihekaufprogramms um ein halbes Jahr könnte am Ende zu wenig sein.

Im europäischen Branchenvergleich favorisierten die Anleger die Aktien aus der Automobilbranche : Der Subindex im marktbreiten Stoxx Europe 600 gewann 1,22 Prozent. Dahinter legte der Index der Öl- und Gasunternehmen um 0,98 Prozent zu. Ihnen kam der gestiegene Ölpreis zugute.

Für den Index der Reise- und Freizeitunternehmen, bei denen höhere Ölpreise zu steigenden Treibstoffkosten führen können, ging es hingegen um 0,39 Prozent bergab. Zudem belastete eine negative Studie der Deutschen Bank zur Luftfahrtbranche. Analyst Anand Date empfiehlt die Papiere von Air France-KLM nun zum Verkauf, was ihnen ein Minus von gut ein Prozent einbrockte.

Im EuroStoxx machten die Papiere der italienischen Unicredit anfängliche Verluste wett und schlossen in dem freundlichen Marktumfeld mehr als ein Prozent höher. Zeitweise hatten sie mit einem Minus von knapp vier Prozent am Indexende gelegen. Die Grossbank forciert einem Pressebericht zufolge auf der Suche nach frischem Kapital den Verkauf von weiterem Tafelsilber – dazu zählen die Fondsgesellschaft Pioneer oder der verbliebene Anteil an der polnischen Bank Pekao. Auch eine neuerliche Kapitalerhöhung wird immer wahrscheinlicher.

Unter den Favoriten zogen die Papiere von Inditex um gut 2,5 Prozent an. Die französische Grossbank Societe Generale hatte die Anteilscheine vor den Ende September anstehenden Zahlen für das zweite Geschäftsquartal zum Kauf empfohlen. Der spanische Textilkonzern dürfte weiterhin starke Umsätze auf bereinigter Fläche erwirtschaften, schrieb Analystin Anne Critchlow.

Die drohende Konkurrenz des US-Onlinehändlers Amazon setzte Just Eat unter Druck. Die Aktien des britischen Online-Essenslieferdienstes und Marktführers büssten rund 5,5 Prozent ein. In Teilen Londons bietet Amazon seinen Prime-Kunden künftig an, sie ohne Aufpreis und innerhalb einer Stunde mit Mahlzeiten ausgewählter Restaurants zu beliefern.

An der Spitze des FTSE 100 zogen die Anteilsscheine der Ashtead Group um mehr als 3 Prozent an. Die Vermietungsfirma für Maschinen hatte mitgeteilt, dass ihre Geschäftszahlen für das Gesamtjahr die Markterwartungen übertreffen könnten. (awp/mc/upd/ps)

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