EU-Schluss: ESTX50 gewinnt 0,4% auf 3’198 Punkte

Boerse

London – Die wichtigsten europäischen Aktienmärkte haben am Freitag zugelegt und damit eine starke Woche erfolgreich abgerundet. Entgegen der ursprünglichen Befürchtungen am Markt wurde das gescheiterte Referendum in Italien praktisch gleich am Montag abgehakt. Für zusätzlichen Kursschwung hatte dann am Donnerstag die Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) über die Verlängerung ihrer milliardenschweren Käufe von Staatsanleihen und anderer Wertpapiere gesorgt.

Am Freitag beendete der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone den Handel 0,37 Prozent höher auf 3197,54 Punkten. Die Wochenbilanz von plus 6,05 Prozent ist die bislang stärkste für den Eurozonen-Leitindex in diesem Jahr. Der französische CAC-40-Index gewann zum Wochenschluss 0,60 Prozent auf 4764,07 Punkte. Für den Londoner FTSE 100 ging es um 0,33 Prozent auf 6954,21 Zähler nach oben.

Der Mailänder FTSE-MIB-Index sank hingegen um 0,73 Prozent auf 18 292,65 Punkte, legte auf Wochenbasis aber um etwas mehr als 7 Prozent zu. Einige Marktteilnehmer hatten den Kurszuwachs am italienischen Aktienmarkt bereits zur Wochenmitte als fast schon surreale Entwicklung bezeichnet.

Mit einem Aufschlag von mehr als 26 Prozent brannten im Londoner «Footsie»-Index die Aktien von Sky PLC ein wahres Kursfeuerwerk ab. Der Grund: Der US-Unterhaltungskonzern 21st Century Fox von Medienmogul Rupert Murdoch will den britischen Bezahl-TV-Anbieter komplett übernehmen. Man habe eine vorläufige Einigung über ein Kaufangebot in Höhe von 10,75 Britischen Pfund pro Aktie in bar erzielt, teilte Sky am Freitag mit. Damit würde das Unternehmen insgesamt mit etwa 18,5 Milliarden Pfund bewertet.

An der Börse in Mailand stürzten die Aktien der angeschlagenen toskanischen Traditionsbank Monte dei Paschi ab. Das Kredithaus bekam von der Europäischen Zentralbank (EZB) keine weitere Zeit mehr für die Beschaffung von frischem Kapital, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf informierte Quellen berichtete. Die Papiere wurden mehrmals vom Handel ausgesetzt. Am Ende des Tages stand ein Minus von mehr als zehn Prozent auf der Kurstafel.

Bester Wert im Eurostoxx waren die Anteile von Vivendi mit plus 6,48 Prozent, die von Übernahmephantasien für eine Sparte des französischen Medien- und Musikkonzerns profitierten. Der Telekomkonzern Orange hat laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg mit Vivendi über einen Kauf der PayTV-Tochter Canal Plus gesprochen. Orange-Aktien verloren 1,71 Prozent.

Aus Branchensicht wurden bei den zuletzt stark gelaufenen Papieren von Banken, Rohstoffkonzernen und Autoherstellern einige Profite realisiert. (awp/mc/upd/ps)

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