EU-Schluss: ESTX50 gibt 0,3% auf 3’285 Punkte nach

Boerse

London – Die Anleger an Europas wichtigsten Aktienmärkten sind angesichts eines angekündigten harten Brexit-Kurses am Dienstag auf Tauchstation geblieben. Der EuroStoxx 50 schloss 0,29 Prozent tiefer bei 3285,04 Punkten und knüpfte so an seine Schwäche vom Vortag an, nachdem Grossbritanniens Premierministerin Theresa May eine klare Trennung von der EU ankündigte. Einen Teil der vor der Rede noch deutlicheren Verluste konnte der Leitindex der Eurozone jedoch aufholen. Für Lüder Gerken vom Freiburger Centrum für Europäische Politik hat May nun Klarheit geschaffen, was gut sei für die künftigen Verhandlungen.

Während der CAC-40 in Paris um 0,46 Prozent auf 4859,69 Punkte nachgab, fiel das Minus in London nach den May-Aussagen deutlicher aus: Der FTSE 100 büsste 1,46 Prozent auf 7220,38 Punkte ein und verzeichnete so seinen schwächsten Handelstag seit Anfang November. «Das anziehende Pfund hat für kräftige Gewinnmitnahmen gesorgt», sagte Marktanalyst Michael Hewson von CMC Markets mit Blick auf eine deutliche Erholungsbewegung bei der britischen Währung. Seit Weihnachten hatte der Londoner Leitindex fast nur eine Richtung gekannt – bis am Vortag nach 14 Gewinntagen die ersten Verluste zu Buche gestanden hatten.

Im EuroStoxx 50 eroberten Aktien aus dem Energiesektor die vorderen Ränge. Eni legten nach einer frischen Kaufempfehlung durch das Analysehaus Jefferies um fast ein halbes Prozent zu. Noch besser erging es aus dem Sektor den Papieren von Engie und Enel mit Anstiegen von jeweils mehr als 1 Prozent.

Zulegen konnten auch einige britische Finanzhäuser, während es für deren kontinentaleuropäischer Konkurrenten eher nach unten ging. BNP Paribas und Societe Generale waren mit Abgaben von jeweils rund 1 Prozent die Schlusslichter im EuroStoxx. Standard Chartered dagegen stiegen in London um 2,82 Prozent. Händler begründeten dies mit einer Kaufempfehlung der Experten von Merrill Lynch.

Gegen das schwache Umfeld stemmte sich in London ausserdem die Aktie des Triebwerks- und Autobauers Rolls Royce. Mit einem Anstieg sprangen sie an die Spitze des Leitindex FTSE 100, nachdem man langwierige Verhandlungen wegen Bestechungsvorwürfen nun mit einer Millionenzahlung auf der Welt geschafft hatte.

Aktien von British American Tobacco dagegen kamen am Ende des «Footsie» genannten Leitindex mit fast 4 Prozent unter Druck. Der Tabakkonzern hat sein Übernahmeangebot für den US-Konkurrenten Reynolds American erhöht, um doch noch zum Zug zu kommen. Beide Seiten einigten sich auf eine Offerte von 59,64 Dollar je Reynolds-Papier, bestehend aus Barmitteln und Hinterlegungsscheinen (ADR) für die BAT-Aktie. (awp/mc/upd/ps)

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