Europa-Schluss: Anleger machen vor Fed-Sitzung weiter Kasse

Boerse

Paris – Die Gewinnmitnahmen auf hohem Kursniveau haben sich zur Wochenmitte an Europas Börsen fortgesetzt. Kurz vor der Sitzung der US-Notenbank Fed am Abend wollten Investoren keine zusätzlichen Risiken mehr eingehen, hiess es von Börsianern. Der EuroStoxx 50 als Börsenbarometer für die Eurozone schloss 0,81 Prozent niedriger auf 3293,71 Punkte. Beobachtern zufolge dürfte die Fed bei den Massnahmen zur Belebung der von der Corona-Krise gebeutelten Konjunktur nicht weiter nachlegen.

«Die Händler haben kurz vor der Fed-Sitzung die Füsse still gehalten», sagte Analyst David Madden vom Broker CMC Markets. Abwarten habe die Devise gelautet. Zudem habe der triste Ausblick der OECD auf die Weltkonjunktur auf die Stimmung an den Börsen gedrückt. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung rechnete am Mittwoch in einem Konjunkturbericht wegen der Corona-Pandemie mit einem Einbruch der Weltwirtschaft um 6,0 Prozent.

Die grossen Länderbörsen zeigten ebenfalls Schwäche: In Paris sank der Cac 40 um 0,82 Prozent auf 5053,42 Punkte. Der britische Leitindex FTSE 100 gab um 0,10 Prozent auf 6329,13 Zähler nach.

Unter den 19 europäischen Sektoren war nach einer zuletzt deutlichen Erholung der Reise- und Freizeitsektor das Schlusslicht mit minus 2,3 Prozent, gefolgt vom Öl- und Gassektor und der Autobranche . Das grösste Plus verzeichnete der Sektor der Konsumgüterhersteller mit 0,8 Prozent.

Inditex-Aktien lagen nach einer Berg- und Talfahrt des Kurses am Ende mit plus 1,9 Prozent auf Platz zwei im EuroStoxx knapp hinter den Papieren des Medienkonzerns Vivendi. Zwar hatten die schwächer als erwartet ausgefallenen Quartalszahlen von Inditex enttäuscht; doch die Umbaupläne des spanischen Textilkonzerns kamen bei Anlegern gut an.

Im britischen FTSE 100 fielen Rolls-Royce um 4,5 Prozent. Goldman Sachs hatte die Papiere des Triebwerksbauers von einer Empfehlungsliste für Aktien mit besonders hohem Aufwärtspotenzial gestrichen.

Die Aussicht auf eine möglicherweise kostspielige Übernahme des US-Lieferdienstes Grubhub liess den Kurs von Just Eat Takeaway.com um mehr als 13 Prozent einbrechen. Just Eat Takeaway.com bestätigte am Nachmittag, mit Grubhub über eine Übernahme zu verhandeln. Kurz zuvor hatte es einem Medienbericht zufolge geheissen, dass der Online-Mietwagenvermittler Uber aus den USA die laufenden Gespräche über eine Übernahme von Grubhub beenden könnte. (awp/mc/pg)

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