Europa-Schluss: Turbulente Börsenwoche endet versöhnlich

Boerse

Paris – Nach dem jüngsten Kursrutsch hat sich die Erholung an Europas Börsen am Freitag kraftvoll fortgesetzt. Vor allem wirkten Aussagen von Mitgliedern der US-Notenbank (Fed) beruhigend, dass die vom Wirtschaftsaufschwung ausgelösten Preissteigerungen nur ein vorübergehendes Phänomen seien. Das stützte die Erholung an den US-Börsen und gab auch den Aktienmärkten europaweit Auftrieb. Die Rendite der viel beachteten zehnjährigen US-Staatsanleihen sanken zudem und einige der jüngst im Preis stark gestiegenen Rohstoffe gaben nach. Auch das liess die Furcht vor einer schärferen Geldpolitik zur Bekämpfung der Inflation abebben.

Der EuroStoxx50 schloss mit einem Plus von 1,64 Prozent auf 4017,44 Punkte und beendete die turbulente Börsenwoche so mit einem nur Abschlag von 0,4 Prozent.

Der Pariser Cac 40 erholte sich am Freitag mit plus 1,54 Prozent auf 6385,14 Zähler und schloss damit im Wochenvergleich prozentual unverändert. Der Londoner FTSE 100 gewann 1,15 Prozent auf 7043,61 Punkte.

Am Markt wurde auf beruhigende Aussagen etwa von Fed-Gouverneur Christopher Waller und Loretta Mester, Präsidentin der Cleveland Fed, verwiesen. Die Entspannheit der Fed-Mitglieder habe die Kurse wieder steigen lassen, sagte etwa Neil Wilson, Analyst für Markets.com.

Branchenweit gab es – mit Ausnahme des Rohstoff- und Minensektors , der um 1,0 Prozent nachgab – nur Gewinner. Favorit war zum Handelsschluss der seit Ende April besonders gebeutelte Technologie-Sektor mit plus 2,2 Prozent.

Unter den Einzelwerten rückten die Anteile von Sage Group in London nach der Vorlage ihrer Halbjahreszahlen in den Blick. Sie stiegen um 3,8 Prozent und profitierten von einer grösseren Zuversicht des Softwareunternehmens für das Gesamtgeschäftsjahr. Das Wachstum der aus eigener Kraft erwirtschafteten wiederkehrenden Umsätze dürfte das obere Ende der eigenen Zielspanne erreichen, hiess es.

Im EuroStoxx büssten Danone dagegen als zweitschwächster Wert vor Adyen 0,3 Prozent ein. Die US-Investmentbank Goldman Sachs hatte das Papier des französischen Lebensmittelherstellers von «Neutral» auf «Sell» abgestuft und das Kursziel von 60 auf 53 Euro gesenkt.

Analyst John Ennis begründete seine Verkaufsempfehlung für die Danone-Aktie mit einem starken Geburtenrückgang im wichtigen Absatzmarkt China. Auch hinsichtlich der Marktanteile legte der Experte mehr Vorsicht an den Tag. Beide Faktoren dürften die Profitabilität im Segment Spezialernährung belasten. (awp/mc/pg)

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