Europa-Schluss: ZEW-Index und Wall Street belasten

Boerse

Paris / London – Nach den klaren Kursgewinnen vom Vortag haben Europas wichtigste Aktienmärkte am Dienstag den Rückwärtsgang eingelegt. Unerwartet robuste Konjunkturdaten aus China hatten zunächst stärkere Gewinnmitnahmen verhindert. Dann aber enttäuschten die ZEW-Konjunkturerwartungen, die zeigten, dass die Signale in der deutschen Wirtschaft auf Abkühlung stehen. Am Nachmittag sorgten die Verluste an der Wall Street für zusätzlichen Druck.

Der EuroStoxx 50 schloss ein halbes Prozent tiefer auf 4225,01 Punkten. Zum Wochenstart hatte der Leitindex der Eurozone noch ein weiteres Hoch seit 2008 erreicht und letztlich mehr als ein Prozent gewonnen. Der französische Cac 40 verlor am Dienstag 0,26 Prozent auf 6726,07 Zähler. Der britische FTSE 100 gab um 0,53 Prozent auf 7149,37 Zähler nach.

Aus Branchensicht waren die defensiveren Sektoren der Haushaltsgüter-Hersteller und Telekom-Unternehmen mit Aufschlägen von 0,2 beziehungsweise 0,1 Prozent im marktbreiten Stoxx Europe 600 vorne. Unten mit einem Minus von 1,2 Prozent in der Sektorübersicht waren Chemiewerte.

Im EuroStoxx belegten die Papiere der Internet-Holding Prosus den ersten Platz mit plus 1,3 Prozent. Hinten waren die Anteile des Lebensmittelherstellers Danone mit minus zweieinhalb Prozent.

Airbus-Papiere gaben als einer der schwächsten Eurostoxx-Werte eineinhalb Prozent nach. Der Flugzeugbauer meldete am späten Abend, dass er im August noch weniger Maschinen als im Vormonat ausgeliefert hat. Allerdings holte Airbus mit 102 Neubestellungen mehr Aufträge herein als in jedem vorangegangenen Monat des Jahres.

Die Aktien von Solaria Energia sackten in Madrid um mehr als sechs Prozent ab. Zuvor hatte die US-Investmentbank Goldman Sachs die Papiere des Spezialisten für erneuerbare Energien von «Buy» auf «Neutral» abgestuft. Die Wahrscheinlichkeit eines verzögerten Aufbaus weiterer Kapazitäten nehme zu, schrieb Analyst Alberto Gandolfi. Seine operativen Ergebnisschätzungen (Ebitda) lägen deshalb rund 30 Prozent unter den Konsenserwartungen. (awp/mc/ps)

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