Paris / London / Zürich – Die europäischen Aktienmärkte haben am Dienstag moderat zugelegt. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 stieg gegen Mittag um 0,5 Prozent auf 6.481,45 Punkte. Ausserhalb des Euroraums gewann der Schweizer Leitindex SMI rund 0,2 Prozent auf 14.469,21 Punkte. Der britische FTSE 100 notierte ebenfalls 0,2 Prozent höher bei 10.871,52 Zähler.
Etwas Rückenwind kam am Dienstag von weiter sinkenden Ölpreisen. Am Montagabend hatte eine Rede des US-Finanzministers Scott Bessent keine konkreten Massnahmen aufgezeigt, mit denen die USA den Kriegsgegner Iran stärker unter Druck setzen will. Zuvor hatte die US-Regierung von einem «Wirtschaftskrieg» gegen den Iran gesprochen und damit gedroht, Teheran komplett von der Weltwirtschaft zu isolieren. Mit wirtschaftlichem Druck wollen die USA den Iran zurück an den Verhandlungstisch bringen und die Öffnung der für die Weltwirtschaft wichtigen Strasse von Hormus erreichen.
Hinzu kamen robuste deutsche Wirtschaftdaten. Veröffentlicht wurde am Vormittag das Ifo-Geschäftsklima, das als wichtigstes deutsches Konjunkturbarometer gilt. Demnach hellte sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft im August weiter auf. Ökonomen erwarten trotz der Folgen des Iran-Kriegs und der jüngsten Dürre eine Belebung der Wirtschaft.
Zunehmend rücken zudem die zur Wochenmitte anstehenden Quartalszahlen des US-Chipriesen Nvidia in den Fokus. Von Nvidia werde erwartet, dass es die Anleger beeindruckt, so Jochen Stanzle von der Consors Bank. Im Vorfeld erholten sich Chipwerte etwas von den Vortagesverlusten. So stiegen im EuroStoxx ASML um 1,4 Prozent und Infineon um 2,3 Prozent. An der Börse in Paris gewannen STMicro 09 Prozent.
Mit an der Spitze bei den europäischen Sektoren lagen Reise- und Luftfahrtwerte mit einem Plus von 1,1 Prozent. Die Branche profitierte dabei erneut von den gesunkenen Ölpreisen. Schwächster Sektor war der der Autowerte mit einem Minus von 0,8 Prozent. (awp/mc/ps)
