Paris / London / Zürich – Die europäischen Aktienmärkte haben zur Wochenmitte Verluste verzeichnet. Gedrückt wurde die Stimmung von den weiter gestiegenen Ölpreisen. Bei den Anlegern befeuerte dies Inflationsängste und damit verbunden Sorgen vor steigenden Zinsen. Im Fokus steht damit zunehmend der Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag. Am Markt wird hier fest mit einer Zinsanhebung um 25 Basispunkte gerechnet.
Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gab gegen Mittag um 1,1 Prozent nach auf 6.340 Punkte. Ausserhalb des Euroraums notierte der britische FTSE 100 0,5 Prozent niedriger bei 10.762 Zählern. In der Schweiz ging es für den Leitindex SMI um rund 1,0 Prozent nach unten auf 13.919 Punkte.
«Die Europäische Zentralbank wird morgen die Leitzinsen um 25 Basispunkte erhöhen, so viel steht fest», so Andreas Lipkow von CMC Markets. Umso höher seien die Erwartungen an die anschliessende Pressekonferenz mit Christine Lagarde. Insbesondere ihre Einschätzung zur weiteren Inflationsentwicklung dürfte die Börsenwelt dabei interessieren.
Die Ölpreise haben angesichts neuer gegenseitiger Angriffe am persischen Golf weiter zugelegt. Rohöl der Referenzsorte Brent aus der Nordsee kostete erstmals seit dem 24. Juli wieder mehr als 100 US-Dollar je Barrel.
Von den gestiegenen Preisen profitierten Öl-Aktien. So stiegen Eni um 1,7 Prozent und Totalenergies um 1,2 Prozent.
Inditex gaben nach Vorlage von Halbjahreszahlen zuletzt um 4,3 Prozent nach. Der spanische Textilhändler habe ein durchwachsenes zweites Quartal hinter sich, so Adam Cochrane von Deutsche Bank Research. Dem robusten Umsatz stehe der Kostendruck gegenüber, der zu etwas enttäuschenden Gewinnkennziffern geführt habe.
Kursverluste verzeichneten auch Luxuswerte. So ging es an der Börse in Paris für LVMH um 2,2 Prozent nach unten. In London verloren Burberry 3,0 Prozent. Die Experten der HSBC haben in einer Sektor-Studie die Aktien beider Unternehmen auf «Hold» abgestuft. Das Umfeld in der Luxusbranche könnte sich im zweiten Halbjahr als schwieriger zu navigieren erweisen, so die Analysten. (awp/mc/ps)
