Europa-Verlauf: Leichte Gewinne nach erster Zahlenwelle

Börse Europa

(Adobe Stock)

Paris / London / Zürich – Quartalszahlen haben an den europäischen Börsen am Donnerstag bei Einzelwerten zum Teil für deutliche Kursausschläge gesorgt. Insgesamt bewegten sich die Indizes der Standardwerte aber recht wenig. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 legte am Mittag um 0,35 Prozent auf 5.954,50 Punkte zu. Ausserhalb der Eurozone gewann der britische Leitindex FTSE 100 0,42 Prozent auf 10.197,18 Zähler. Mit dem Schweizer SMI ging es um 0,4 Prozent auf 13.076,20 Punkte nach oben.

Die vorsichtige Kursentwicklung hatte gute Gründe. Marktexperte Andreas Lipkow verwies auf einen möglichen militärischen Konflikt im Iran. «Diese geopolitische Thematik bringt grosse Verunsicherung in die Finanzmärkte.»

Von dieser Unsicherheit profitierten die Rohstoff- und Öltitel. Beide Sektoren lagen an der Spitze. Gefragt waren auch die Industriewerte. Hier setzten ABB mit einem Gewinn von fast zehn Prozent Akzente. Der starke Auftragseingang im Schlussquartal trieb die Aktien auf ein Rekordhoch. Analyst Phil Buller von JPMorgan sprach von überwältigenden Auftragseingängen.

Am Ende des Feldes lagen die Technologietitel. Massive Verluste der schwer gewichteten SAP-Aktie drückten den Sektor nach unten. Der Softwarekonzern hatte mit seinen Quartalszahlen und dem Ausblick enttäuscht. Die Aktie sackte um 14 Prozent ab.

Ähnlich schwach war der Chemiesektor. Hier sorgten Givaudan für Naserümpfen. Der Aromen- und Duftstoffhersteller hatte beim organischen Wachstum im vierten Quartal und bei der operativen Marge die Erwartungen der Analysten verfehlt. Die Aktie gab um 6,5 Prozent nach.

Im wenig veränderten Telekomsektor fielen Nokia mit einem Abschlag von 5,4 Prozent auf. Analysten begründeten die Verluste mit dem enttäuschenden Ausblick für die Netzwerkinfrastruktur. Die Quartalszahlen seien dagegen gut gewesen.

Unspektakulär waren indes die Reaktionen im Pharmasektor auf die Quartalsberichte von Sanofi und Roche. Während die Aktien der Franzosen leicht verloren, zog das Schweizer Schwergewicht etwas an. (awp/mc/ps)

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