Europa-Verlauf: Leichte Gewinne – Technologiesektor stark, Alstom unter Druck

Börse Europa

(Adobe Stock)

Paris/London/Zürich – Die europäischen Aktienmärkte haben am Freitag leicht zugelegt. Damit setzten sie die Vorgaben der Wall Street um, wobei vor dem Wochenende eine gewisse Vorsicht herrschte. «Die Situation im Nahen Osten bleibt weiterhin fragil», merkte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets, dazu an. «Auch wenn es jetzt auf diplomatischem Wege zu einigen Vereinbarungen kommt, sind wir noch ganz weit von einem Frieden entfernt.» Das zeige sich auch an den Energiemärkten, wo die Ölpreise trotz eines leichten Rückgangs noch keine wirkliche Entspannung in der Region signalisierten.

Der EuroStoxx50 gewann gegen Mittag 0,5 Prozent auf 5.962,82 Punkte. Ausserhalb des Euroraums kletterte der Schweizer SMI um 0,55 Prozent auf 13.245,40 Zähler. Der britische FTSE 100 tendierte unterdessen kaum verändert.

Erneute waren Technologiewerte gefragt. Sie schlossen damit an die starke Vortagesentwicklung an und profitierten von den Vorgaben des US-Technologiesektors. Während ASML nach den Vortagesgewinnen etwas schwächelten, gab nun das Schwergewicht SAP den Ton an. Der Wert gewann 3,7 Prozent und setzte damit die jüngste Erholung fort. Zuvor hatte sich die Aktie im Vergleich zu den Vorjahreshochs allerdings halbiert.

Leicht im Minus lagen dagegen die Telekomwerte. Der Netzwerkausrüster Ericsson hatte im ersten Quartal wegen einer verhaltenen Nachfrage nach Telekommunikationsausrüstung und höheren Chipkosten weniger verdient als erwartet. Nach anfänglich stärkeren Verlusten tendierte die Aktie zuletzt minimal leichter.

Bouygues verloren unterdessen 1,7 Prozent, während Orange um 3,7 Prozent fielen. Zusammen mit Iliad hatten die französischen Telekommunikations-Unternehmen Gespräche mit Altice zur Übernahme des Internet- und Mobilfunkunternehmens SFR aufgenommen.

Ein französischer Wert aus der zweiten Reihe machte dagegen mit einem Kurseinbruch auf sich aufmerksam: Die Aktie des Bahnzulieferers Alstom fiel um knapp 30 Prozent. Der Kurs, der sich seit den Jahreshochs im Februar halbiert hat, reagierte damit auf die Rücknahme finanzieller Ziele für das laufende Geschäftsjahr. So waren sowohl der Ausblick für den angestrebten freien Barmittelzufluss als auch für die operative Marge vom Unternehmen gekappt worden. (awp/mc/pg)

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