Europa-Verlauf: Leichte Gewinne – Zurückhaltung prägt das Geschehen

Börse Europa

(Adobe Stock)

Paris / London / Zürich – Europas Aktienmärkte haben am Dienstag erneut zugelegt und damit vom weiteren Rückgang der Ölpreise profitiert. Vor wichtigen Quartalszahlen in den USA war allerdings eine gewisse Zurückhaltung spürbar.

In den kommenden Tagen legen mit Microsoft, Meta, Apple und Amazon unter anderem vier wichtige Tech-Konzerne ihre Quartalszahlen vor. «Nach den ersten Rissen im KI-Boom dürften genau diese Zahlen den Takt für die Börsen in den kommenden Tagen und Wochen vorgeben», betonte Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar vom Broker RoboMarkets.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann gegen Mittag 0,31 Prozent auf 6.301,69 Punkte. Ausserhalb des Euroraums zog der Schweizer SMI um 0,45 Prozent auf 14.488.35 Punkte an. Der britische FTSE 100 stieg um 0,61 Prozent auf 10.847,23 Punkte.

Gebremst wurde der Markt auch von der US-Notenbanksitzung. «Derzeit gibt es einige Spekulationen, dass die US-Notenbank prophylaktisch die Leitzinsen anheben könnte, um die robuste Situation der US-Wirtschaft und dem US-Arbeitsmarkt mit Blick auf die zuletzt dynamisierte Preisentwicklungen nutzen zu können», merkte Marktstratege Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets an. Während die Öl- und Gasbranche weiter korrigierte, setzten in den übrigen Branchen neue Zahlen Akzente. So profitierten die Nahrungsmittelwerte von den Kursgewinnen von Unilever . Die Aktie sprang dank einer überraschend starken Umsatzentwicklung im zweiten Quartal um sieben Prozent nach oben.

Noch stärker präsentierten sich die Autowerte. «Die Investoren fokussieren sich auf eine mögliche Aufhellung im Automotivsektor und kaufen bevorzugt die Aktien von Volkswagen, Mercedes-Benz und BMW «, stellte Lipkow fest. Zahlen von Mercedes, die um vier Prozent zulegten, gaben der Branche einen Schub.

Baustoffwerte profitierten von überraschend starken Zahlen aus der Schweiz. Die Aktien des Bauzulieferers Sika wurden für starke Halbjahreszahlen mit einem Plus von über sieben Prozent belohnt.

Unter den Industriewerten ragten Safran heraus. Der Triebwerksbauer und Luftfahrt-Zulieferer hatte nach guten Geschäften mit Turbinen und Ersatzteilen seine Erwartungen für 2026 erhöht. Die Aktie gewann 2,7 Prozent.

Andere französische Standardwerte präsentierten sich dagegen nicht ganz so stark. Aktien von Air Liquide verloren trotz solider Zahlen 2,2 Prozent. Die Analysten von JPMorgan sprachen von Gewinnmitnahmen angesichts der starken Entwicklung des Wertes. Auch LVMH kamen mit 1,5 Prozent Abschlag nicht recht in die Gänge. Eine schwächere Nachfrage hatte dem französischen Luxuskonzern im ersten Halbjahr einen Erlös- und Gewinnrückgang eingebrockt.

Einen Kurseinbruch erlitten unterdessen Aktien von Philips, die um über zehn Prozent fielen. Analysten verwiesen auf den enttäuschenden Auftragseingang der Niederländer. (awp/mc/ps)

Euronext
Aktueller Stand Eurostoxx50 bei Google

Exit mobile version