Europa-Verlauf: Schwach – energieintensive Sektoren unter Druck

Börse Europa

(Adobe Stock)

Paris / London / Zürich – Europas Börsen haben am Donnerstag deutlich verloren. Die Ausweitung des Irankrieges auf die Infrastruktur anderer Länder in der Golfregion hat Sorgen vor den wirtschaftlichen Auswirkungen verstärkt, nachdem in Katar für den Weltmarkt bedeutende Flüssiggasanlagen bei einem iranischen Raketenangriff schwer beschädigt worden waren.

Der EuroStoxx 50 verlor am Mittag rund zwei Prozent auf 5.618,48 Punkte. Der Schweizer SMI gab um 1,68 Prozent auf 12.550,54 Punkte nach, während der britische FTSE 100 zwei Prozent tiefer mit 10.102,21 Punkten notierte.

Zudem warf der Verfallstermin am Freitag seine Schatten voraus. «Die Stimmung auf dem Börsenparkett verschlechtert sich im Gleichklang mit der abnehmenden Bereitschaft der institutionellen Anleger, weiter hohe Aktienquoten in ihren Portfolios halten zu wollen», merkte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst beim Broker CMC Markets, dazu an. «Bereits in den vergangenen Handelswochen hat sich abgezeichnet, dass sich die Stimmung zum grossen Verfallstermin am Freitag hin grundsätzlich ändern könnte.» Hätten viele institutionelle Investoren bislang nur mit einem kurzen militärischen Schlagabtausch gerechnet, befürchte man nun stärkere und länger anhaltende Auswirkungen.

Die Entwicklung der Einzelsektoren spiegelte die jüngste Entwicklung wider. Einziger Sektor im Plus waren Ölwerte. Massive Verluste erlitten dagegen energieintensive und konjunkturabhängige Werte. So büssten Stahltitel deutlich ein, ArcelorMittal etwa fielen um 6,5 Prozent. Zu den Verlierern zählten zudem Auto- und Baustoffwerte sowie die Fluggesellschaften. Hier kamen Air France-KLM mit fünf Prozent Abschlag unter Druck.

Auch der zinssensible Immobiliensektor gab überdurchschnittlich nach. Er reagierte damit auf die Inflationssorgen, die von den gestiegenen Energiepreisen angeheizt wurden und sich in steigenden Anleiherenditen niederschlugen. Das Schwergewicht Vonovia belastet dabei den Sektor mit über acht Prozent Verlust. Die Zahlen des Wohnungskonzerns seien eher durchwachsen ausgefallen, hiess es von JPMorgan.

Unter den kleineren Werten lagen DocMorris leicht im Plus. Die Versandapotheke hatte für 2025 zwar erneut tiefrote Zahlen berichtet. Gleichzeitig wurden die Erwartungen beim operativen Ergebnis jedoch erfüllt. Zudem bekräftigte das Unternehmen seine Ziele für 2026. (awp/mc/ps)

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