Paris/London/Zürich – Europas Aktienmärkte haben am Mittwoch nachgeben. Damit profitierten sie nicht von den positiven Vorgaben der US-Börsen. «Während die Wall Street scheinbar mühelos von Rekord zu Rekord eilt, wirkt Europa wie ein Läufer, der zwar mithalten möchte, jedoch immer wieder auf die Uhr schaut», hiess es in einer Einschätzung des Anbieters von Handelsstrategien Index Radar.
Am Mittag stand der EuroStoxx 50 0,43 Prozent tiefer bei 6.081,50 Punkten. Ähnlich sah es ausserhalb des Euroraums aus. Der britische FTSE 100 büsste 0,23 Prozent auf 10.349,28 Punkte ein, während der Schweizer SMI um 0,85 Prozent auf 13.192,87 Punkte sank.
Dabei trugen gegenseitige Angriffe zwischen den USA und dem Iran zum Innehalten der Marktteilnehmer bei. Zudem hatten die USA 60 Volkswirtschaften neue Zölle angedroht, weil diese Importe von Produkten aus mutmasslicher Zwangsarbeit nicht verhinderten oder bestehende Importverbote nicht genügend überprüften. Demnach müssen etwa die Europäische Union (EU), Grossbritannien und die Schweiz sowie Kanada und China mit zusätzlichen Zöllen zwischen 10 und 12,5 Prozent rechnen.
Am Ende des Feldes bewegten sich die Finanzdienstleister. Stark unter Druck standen dabei Aktien der Partners Group mit 17,3 Prozent Abschlag. Das Schweizer Unternehmen hatte die Rücknahme bei dem Private Equity Fonds «Global Value SICAV» eingeschränkt. Der Schritt erfolgte nach einem Anstieg der Rücknahme-Anträge bei dem Fonds, in den zu einem grösseren Teil private Anleger investiert sind.
Die Analysten von Baader sprachen von einem für die gesamte Branche wichtigen Signal. Zuletzt habe das Geschäft offensichtlich von Investoren mit «weichen Knien» profitiert. Es dürfte für die Unternehmen in Zukunft schwieriger werden, neue Zuflüsse zu generieren.
Einen Kurseinbruch erlitten Akzo Nobel . Nippon Paint Holdings und Sherwin-Williams wollen den niederländischen Lack- und Farbenhersteller nicht mehr übernehmen. Der Kurs sackte um 19 Prozent ab.
Stärkster Sektor waren die Einzelhandelswerte. Hier ragten Inditex mit 3,6 Prozent Aufschlag hervor. Die Zara-Eigentümerin hatte im ersten Geschäftsquartal der verhaltenen Konsumlaune getrotzt und Umsatz und Gewinn gesteigert. Auch das laufende Geschäft gestaltet sich solide. Die Frühjahrs- und Sommerkollektionen seien von den Kunden gut angenommen worden, so der Konzern. (awp/mc/pg)
