Europa-Schluss: Wachstumsschwäche Chinas belastet die Kurse

Boerse

Paris / London – Ein überraschend langsames Wirtschaftswachstum in China hat die Anleger an den Börsen in Europa am Montag vorsichtiger gestimmt. Nach der jüngsten Kurserholung gaben die wichtigsten Aktienindizes nun nach. Der EuroStoxx 50 fiel um 0,75 Prozent auf 4151,40 Punkte, nachdem er allein in der Vorwoche um mehr als 2,5 Prozent gestiegen war. Der französische Cac 40 sank zum Wochenstart um 0,81 Prozent auf 6673,10 Punkte und der britische FTSE 100 büsste 0,42 Prozent auf 7203,83 Zähler ein.

Während in der vergangenen Woche gute Geschäftszahlen der grossen US-Banken die Stimmung gehoben hätten, seien nun durchwachsene Signale aus Asien gekommen, erklärte Analyst Neil Wilson vom Handelshaus Markets.com.

So verlor der Aufschwung der chinesischen Wirtschaft im dritten Quartal deutlich an Fahrt: Die zweitgrösste Volkswirtschaft der Welt wuchs nur noch um 4,9 Prozent im Vorjahresvergleich und damit etwas weniger als von Experten im Schnitt erwartet. Gleichzeitig befeuern weiter steigende Preise für Öl und Energie die Inflationssorgen der Investoren. Sie befürchten einen länger andauernden, deutlichen Anstieg der Teuerungsraten, was zur Belastung für die Weltwirtschaft werden könnte.

Aus Branchensicht verzeichneten europaweit alle Sektoren Verluste. Die grössten Abschläge in Höhe von 1,9 Prozent gab es bei den Aktien der Automobilhersteller und -zulieferer . Sie hängen besonders stark von dem China-Geschäft ab.

Der Index der Einzelhändler gab um 0,9 Prozent nach. Sollte die Inflation dauerhaft sehr deutlich anziehen, würde das die Konsumlaune wohl dämpfen, so die Befürchtung. Besonders unter Druck standen die Papiere der Luxusgüterhersteller LVMH und Kering , die eine deutlichere Abkühlung des wichtigen chinesischen Marktes belasten würde. Beide büssten jeweils gut zwei Prozent ein.

Philips-Aktien sackten um rund drei Prozent ab, nachdem das Medizintechnikunternehmen die Jahresprognosen reduziert hatte. Probleme in der Lieferkette und die Folgen eines Produktrückrufs machen dem Konzern zu schaffen.

Um rund ein Drittel nach oben ging es für die Aktien von Valneva . Der Covid-19-Impfstoff, an dem die Franzosen arbeiten, hatte laut Unternehmensangaben in einer klinischen Studie einen besseren Immunschutz aufgewiesen als jener von Astrazeneca . Dies ebnet Valneva den Weg für einen Antrag auf Zulassung. Ein entsprechender Antrag für die Europäische Union werde vorbereitet, hiess es vom Unternehmen. In Grossbritannien laufe er schon. Die Anteilsscheine von Astrazeneca fielen um rund ein Prozent. (awp/mc/pg)

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