Europa-Schluss: Anleger greifen trotz Virus wieder zu Aktien

Boerse

London – An Europas Börsen hat am Dienstag trotz des sich ausweitenden Coronavirus wieder Optimismus Einzug gehalten. Die Kurse in Paris, London, Mailand und Madrid setzten die am Vortag begonnene Erholung fort. Diese gewann sogar an Schwung: Der europäische Leitindex EuroStoxx 50 rückte um 1,94 Prozent auf 3732,28 Punkte vor. Damit war der Schlusskurs gleichzeitig der höchste Kurs des Tages. Zuvor hatten sich auch die chinesischen Festlandsbörsen stabilisiert.

«Klar ist, dass das Coronovirus nur einen kurzfristigen Effekt haben wird», zeigte sich Analyst Salah Bouhmidi vom Broker DailyFX zuversichtlich. Dank strikter Kontroll- und Schutzmassnahmen und einem sehr milden Winter dürfte die Epidemie seiner Einschätzung nach Mitte Februar den Höhepunkt erreichen. Unter dem Strich werde das Virus im ersten Quartal aber wohl eine konjunkturelle Delle verursacht haben.

Der französische Leitindex Cac 40 legte um 1,76 Prozent auf 5935,05 Punkte zu. Der Londoner FTSE 100 stieg um 1,55 Prozent auf 7439,82 Zähler.

Sämtliche Sektoren verzeichneten Gewinne. Besonders gefragt waren Rohstoffwerte, der entsprechende Stoxx-600-Branchenindex stieg um 3,5 Prozent. Die Aktien des Bergbaukonzerns Glencore verteuerten sich um gut fünf Prozent, nachdem das Management bei Vorlage der Jahreszahlen die Prognose für das laufende Jahr bestätigt hatte.

Auch Öl- und Gasunternehmen gehörten zu den Favoriten. Hier hatte der britische Konzern BP die Nase vorn, dessen Gewinn im vierten Quartal nicht ganz so stark zurückgegangen war, wie am Markt befürchtet. Zudem winkt mehr Dividende. Das Papier legte um gut vier Prozent zu.

Deutlich weniger freudvoll wurden die Jahresszahlen des Softwareherstellers Micro Focus aufgefasst. Die neuen Jahresziele deuten laut dem Analysehaus Jefferies darauf hin, dass das Wachstum von Micro Focus dem in der Branche hinterher hinken dürfte. Die Aktie brachen um mehr als 20 Prozent ein.

Auch Analysten sorgten wieder für Kursbewegungen. So strich die Privatbank Berenberg die Kaufempfehlung für Orange-Aktien. Diese verloren daraufhin 1,3 Prozent und waren Schlusslicht im EuroStoxx 50 und im Pariser Cac-40-Index.

Eine Kaufempfehlung für den spanischen Textilkonzern Inditex durch die Bank RBC verlieh der Aktie Schwung: Sie verteuerte sich um 2,3 Prozent. (awp/mc/ps)

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