Paris / London / Zürich – Europas Börsen haben am Dienstag weiter nachgegeben. Damit setzten sich die Abgaben vom Wochenbeginn fort. «Die Nervosität an den internationalen Aktienmärkten nimmt weiter zu und ausgerechnet die künstliche Intelligenz, die über Monate für steigende Kurse gesorgt hat, wird zunehmend zum Belastungsfaktor», stellte Marktanalyst Jürgen Molnar vom Broker RoboMarkets fest. Dabei sanken die Kurse zyklischer Werte stärker.
Gegen Mittag verlor der EuroStoxx 50 0,87 Prozent auf 6.091,21 Punkte. Besser hielt sich der Schweizer Leitindex SMI, der kaum verändert tendierte. Dagegen verlor der britische FTSE 100 0,57 Prozent auf 10.703,49 Punkte.
Schwächster Sektor waren die Industriewerte. Auf ihnen lasteten die Verluste der Schwergewichte ABB und Siemens, die über fünf Prozent und knapp vier Prozent einbüssten. Die Aktie des Schweizer Konzerns war nach Quartalszahlen unter Druck geraten. Zwar hatte ABB mit seinen Kennzahlen die Erwartungen übertroffen und die Ziele leicht nach oben angepasst. Händler verwiesen jedoch auf die derzeit schwache Stimmung im Sektor. Der Gewinn je Aktie von ABB sei zudem hinter den Erwartungen geblieben, hiess es von Berenberg.
Auch der Technologiesektor schwächelte. Hier belasteten die Abgaben der Halbleitertitel. So verloren Aktien von ASML 2,4 Prozent, auch andere Halbleiteraktien standen unter Druck. «Die Börsen müssen derzeit die Übertreibungen der vergangenen KI-Euphorie verdauen», merkte Marktanalyst Andreas Lipkow von CMC Markets an. «Auf den Rausch folgt jetzt der Kater, und die Ausnüchterungsphase könnte noch einige Handelstage andauern.» Besser entwickelten sich hingegen die Aktien von SAP, die leicht zulegten.
Gefragt waren defensive Branchen. Sowohl Versorger, Nahrungsmittelwerte als auch Pharmatitel notierten im Plus. Roche profitierten von einer Hochstufung durch Oddo auf «Outperform» und gewannen 1,8 Prozent. (awp/mc/ps)
