Europa-Verlauf: Zurückhaltendes Geschäft vor dem Wochenende

Börse Europa

(Adobe Stock)

Paris/London/Zürich – Die europäischen Aktienmärkte haben sich am Freitag nur wenig bewegt. Mit dem Auslaufen der Berichtssaison stellte sich vor dem Wochenende ein ruhiges Geschäft ein. Der EuroStoxx 50 legte am Mittag um 0,27 Prozent auf 6.562,98 Punkte zu und hielt sich damit im Bereich seiner Höchstkurse. Ausserhalb des Euroraums verlor der Schweizer Leitindex SMI dagegen 0,23 Prozent auf 14.443,22 Punkte, während der britische FTSE 100 kaum verändert tendierte.

Ein erstes Fazit der Quartalsberichte der vergangenen Wochen war positiv. «Die jüngste Berichtssaison ist deutlich besser ausgefallen als erwartet», stellten Ingo Koczwara und John Petersen, Portfoliomanager beim Vermögensverwalter Eyb & Wallwitz, fest. «In den USA erreichten Umsatz- und Gewinnwachstum im zweiten Quartal aussergewöhnlich hohe Werte, auch Europa zeigte eine starke Ergebnisentwicklung.»

Gefragt waren Technologiewerte. Sie profitierten von den Gewinnen der SAP-Aktie. Auslöser war ein Bericht der Nachrichtenagentur Reuters, wonach der Finanzinvestor Silver Lake derzeit über den milliardenschweren Kauf des US-Unternehmens Workday verhandeln soll. Dies brachte neue Fantasie in die Branche. Adyen knüpften unterdessen an die Vortagesgewinne an und stiegen um weitere 1,6 Prozent.

Medienwerte profitierten von der Stärke der Aktie von Wolters Kluwer mit 4,3 Prozent Aufschlag. Der Wert war nach soliden Halbjahreszahlen zuletzt wieder verstärkt in das Interesse der Anleger gerückt und hatte sich nach monatelanger Bodenbildung weiter stabilisiert. Die Analysten der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) relativierten die Sorgen am Markt wegen der Konkurrenz durch künstliche Intelligenz: «Zwar erleichtert KI den Markteintritt neuer Anbieter im Markt für Informationsdienstleistungen, jedoch überzeugt Wolters Kluwer durch proprietäre, fachlich spezialisierte Inhalte sowie sichtbare KI-Dynamik.»

Am Ende des Feldes lagen erneut die Rohstoffwerte. Hier wurden weiterhin die Inflationssorgen ausgepreist, die sich vor den US-Inflationsdaten aufgebaut hatten, aber durch die Zahlen nicht bestätigt worden waren. Rohstoffe gelten als Möglichkeit, sich gegen Inflationsrisiken abzusichern. (awp/mc/pg)

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