Paris / London / Zürich – Europas wichtigste Aktienmärkte sind am Dienstag kaum von der Stellte gekommen. Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar vom Broker RoboMarktes verwies auf die am Mittwoch anstehenden US-Verbraucherpreise, die Hinweise auf das weitere Vorgehen der US-Notenbank geben könnten. «Die Wahrscheinlichkeit für einen weiteren Zinsschritt liegt aktuell bei rund 50 Prozent», so Molnar. «Damit könnten die morgigen Inflationszahlen das Pendel in die eine oder andere Richtung ausschlagen lassen.»
Der EuroStoxx 50 trat am Mittag mit 6.536,97 Punkten nahezu auf der Stelle. Ausserhalb des Euroraums ging es unterdessen leicht nach unten. Während der Schweizer Leitindex SMI um 0,21 Prozent auf 14.603,68 Punkte nachgab, sank der britische FTSE 100 um 0,1 Prozent auf 10.852,40 Punkte.
Zur Zurückhaltung trugen auch die Ölpreise, die sich auf weiterhin hohem Niveau bewegten, bei. Sie spiegelten damit die unklare Lage im Iran-Krieg wider. So scheinen sich die Fronten wieder zu verhärten. Nach der Führung in Teheran macht nun auch US-Präsident Donald Trump Entschädigungszahlungen zur Bedingung für künftige Verhandlungen zur Beilegung des Konflikts mit dem Iran. Der Iran solle für alle Menschen zahlen, die in der Vergangenheit von iranischer Seite schwer verletzt oder getötet worden seien.
Ölwerte lagen in der Folge an der Spitze des Branchentableaus, während sich Reise- und Freizeitaktien am Ende des Feldes bewegten.
Technologiewerte waren weiterhin gefragt. So gehörten die Papiere des Halbleiter-Ausrüsters ASML mit einem Kursplus von 1,7 Prozent zu den stärksten Aktien im EuroStoxx 50. «Der KI-Boom hält die Euphorie hoch und sorgt für Kursgewinne bei den Halbleiteraktien», stellte Marktanalyst Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets fest.
Vergleichsweise stabil präsentierten sich auch die Pharmawerte. Gewinner war Aktien der Schweizer Alcon mit einem Plus von 5,4 Prozent. Der Augenheilkonzern hatte mit den am Vorabend veröffentlichten Halbjahreszahlen überzeugt. (awp/mc/ps)
