Paris / London / Zürich – An den europäischen Aktienmärkten prägt am Dienstag Zurückhaltung das Geschehen. Nach den Verlusten am Vortag ging es leicht nach oben. Im Iran-Krieg gibt es unterdessen weiter keine Annäherung zwischen den USA und dem Iran.
«Die Verhandlungen sind festgefahren: Washington fordert eine sofortige Klärung des Atomprogramms, während Teheran auf Zeit spielt und priorisiert, den militärischen Konflikt sowie die Spannungen im Golf zu entschärfen», hiess es in einer Einschätzung des Analyse-Dienstes Index Radar. «Einmal mehr scheint die Lage somit festgefahren und es mehren sich die Stimmen, dass der Konflikt noch einige Wochen andauern könnte oder sogar weiter eskaliert.»
Gegen Mittag notierte der EuroStoxx 50 0,33 Prozent höher mit 5.880,78 Punkten. Ausserhalb des Währungsraums stieg der britischen FTSE 100 um 0,49 Prozent auf 10.372,14 Punkte. Der Schweizer SMI gab dagegen um 0,52 Prozent auf 13.096,46 Punkte nach. Hier belasteten die Verluste des Schwergewichts Novartis.
Im Branchenvergleich waren erneut Ölwerte gefragt. Neben den gestiegenen Ölpreisen stützten die Gewinne des Schwergewichts BP. Der Ölpreisschub hatte dem britischen Ölkonzern zum Jahresstart überraschend stark sprudelnde Gewinne beschert. Die Aktie kletterte um drei Prozent.
Am Ende des Feldes lagen dagegen die Pharmawerte. Novartis standen mit 2,4 Prozent im Minus und belasteten damit den Sektor insgesamt. Die starke Konkurrenz durch Nachahmermedikamente im US-Markt hatte dem Pharmakonzern einen überraschend schwachen Jahresstart eingebrockt. Damit verfehlte der Konzern die durchschnittlichen Erwartungen von Analysten.
Aktien von Bayer reagierten mit einem Kursrückgang von 2,7 Prozent negativ auf eine Anhörung vor dem obersten US-Gericht im Verfahren um milliardenschwere US-Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten.
Schwach tendierten auch die Chemieaktien. Hier gaben Air Liquide um 4,3 Prozent nach. Der französische Gase-Hersteller hatte enttäuschende Zahlen vorgelegt. Der Umsatz habe die Markterwartungen im ersten Quartal verfehlt, schrieb UBS-Analyst Charles Eden. (awp/mc/ps)
