London / Frankfurt – Der Goldpreis ist am Montag nach der Einigung der USA und dem Iran auf ein Rahmenabkommen zur Beilegung des Krieges deutlich gestiegen. Am Vormittag wurde eine Feinunze (etwa 31,1 Gramm) an der Börse in London bei einem Tageshoch von 4.345 US-Dollar gehandelt und damit etwa 126 Dollar höher als am Freitag. Bereits in den vergangenen Handelstagen hatte die Aussicht auf eine Einigung der beiden Länder dem Goldpreis Auftrieb verliehen. Seit Donnerstag ist die Notierung mittlerweile um mehr als 300 Dollar gestiegen.
Nach wochenlangen Verhandlungen haben sich die USA und der Iran auf ein Rahmenabkommen zur Beilegung des Krieges verständigt. Das bestätigten neben der US-Regierung und dem Iran auch der Vermittler Pakistan. Nach der Einigung ist der Kurs des US-Dollar unter Druck geraten, während andere Währungen im Gegenzug zulegen konnten. Da Gold auf dem Weltmarkt in der US-Währung gehandelt wird, stützt ein fallender Dollar die Nachfrage nach dem Edelmetall und treibt den Preis.
Die Einigung erfolgte vor der Zinsentscheidung mehrerer Zentralbanken, darunter die US-Notenbank Fed. Es wird zwar allgemein erwartet, dass die Fed am Mittwoch den Leitzins nicht verändern wird. Allerdings dürfte der aktuelle Rückgang der Ölpreise infolge der Einigung zwischen den USA und dem Iran die Inflationserwartung dämpfen und damit die Spekulation auf eine mögliche Zinserhöhung durch die Fed im weiteren Verlauf des Jahres.
Der Goldpreis könnte weiter steigen, wenn es zu einer endgültigen Beilegung des Konflikts und einer Wiedereröffnung der Strasse von Hormus kommt, sagte Justin Lin, Analyst beim New Yorker Vermögensverwalter Global X Management. Dies würde den Zentralbanken den Spielraum geben, die Sorgen um die Energiesicherheit beiseitezuschieben und wieder in grossem Stil Gold zu kaufen. (awp/mc/ps)
