Ölpreise geben deutlich nach

New York / London – Die Ölpreise haben am Dienstag deutlich nachgegeben. Zuletzt kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 107,37 US-Dollar. Das waren 5,79 Dollar weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 5,62 Dollar auf 102,59 Dollar.

Die Ölpreise gaben so jüngste Gewinne wieder ab. Weltweit dürfte die Nachfrage nach Rohöl gedämpft bleiben. Die Weltwirtschaft wird nach einer Prognose des Internationalen Währungsfonds (IWF) in diesem Jahr wegen des Kriegs in der Ukraine deutlich langsamer wachsen. «Die Aussichten für die globale Wirtschaft haben einen harten Rückschlag erfahren, grösstenteils wegen Russlands Einmarsch in die Ukraine», sagte IWF-Chefvolkswirt Pierre-Olivier Gourinchas am Dienstag.

Auch die harte Corona-Politik Chinas belastet die Wirtschaft und die Nachfrage nach Rohöl. Nach einem starken Start in das Jahr hat Chinas Wirtschaft deutlich an Schwung verloren. Die Lockdowns und andere Einschränkungen durch die strikte Null-Covid-Strategie bremsen die zweitgrösste Volkswirtschaft spürbar. Nun könnten stützende Konjunkturmassnahmen erforderlich werden.

Die Ölpreise waren über Ostern noch gestiegen. Commerzbank-Experte Carsten Fritsch verwies auf Lieferausfälle in Libyen. Angesichts von Demonstrationen gegen den Premierminister musste das Sharara-Ölfeld geschlossen werden. Es wird befürchtet, dass die Ölproduktion des Landes noch weiter sinkt. (awp/mc/ps)

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