New York/Washington – Die Ölpreise sind am Freitag gefallen. Am Markt zeigte sich eine Gegenbewegung zum, nachdem die Notierungen im späten Donnerstaghandel zeitweise gestiegen waren. Am Morgen wurde ein Barrel (159 Liter) der weltweiten Referenzsorte Sorte Brent mit Lieferung im August bei 73,74 US-Dollar gehandelt und damit zwei Prozent tiefer als am Vortag.
Zuletzt haben sich die Spannungen im Nahen Osten wieder verstärkt. Ein mutmasslich iranischer Drohnenangriff auf ein Frachtschiff in der Strasse von Hormus stellt das Rahmenabkommen zwischen Washington und Teheran zur Beendigung des Kriegs und Wiederöffnung der Meerenge auf die Probe. Der Vorfall vor der Küste des Omans ereignete sich wenige Stunden, nachdem Irans Revolutionsgarden gewarnt hatten, dass Durchfahrten nur auf von Teheran festgelegten Routen sicher seien.
US-Präsident Donald Trump erklärte hingegen am späten Donnerstag, dass die Meerenge offen sei. Nach Einschätzung von Analysten der Dekabank zeigt die vergleichsweise verhaltene Reaktion an den Märkten, dass geopolitische Risiken weiter eingepreist seien. Allerdings könnten aufkommenden Spannungen in der Region am Persischen Golf den Handelstag belasten.
Kurz vor dem Wochenende rückte auch die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) stärker in den Fokus. Knapp zwei Monate nach dem Austritt der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) aus dem Ölkartell zieht der Irak einen ähnlichen Schritt in Erwägung. Man werde über einen Austritt nachdenken, wenn die Ölförderquoten nicht wie von Bagdad gefordert erhöht würden. Es würde dann «eine Entscheidung über den Verbleib oder den Austritt aus der Organisation» geben, sagte ein Sprecher des irakischen Ölministeriums der emiratischen Zeitung «The National». (awp/mc/pg)
