New York / London – Nach der starken Vorwoche haben die Ölpreise am Montag nachgegeben. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im April kostete 70,95 US-Dollar. Das waren 81 Cent weniger als am Freitag. Der Preis für US-Öl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung fiel um 82 Cent auf 65,66 Dollar.
Anleger blickten auch zu Wochenbeginn hauptsächlich auf den Konflikt zwischen dem Iran und den USA. Aktuell wägen sie die Chancen eines Atomabkommens zwischen den beiden Ländern ab, nachdem Irans Aussenminister Abbas Araghtschi eine weitere Verhandlungsrunde mit den Vereinigten Staaten in wenigen Tagen in Aussicht gestellt hatte. Er zeigte sich zuversichtlich, dass ein besserer Deal als das Wiener Atomabkommen von 2015 möglich sei.
Sollte es zu einer Einigung kommen, könnte der Iran mehr Erdöl exportierten, wodurch das Angebot auf dem Weltmarkt steigen und der Ölpreis entsprechend sinken dürfte. Allerdings könnte der Konflikt auch eskalieren, denn US-Präsident Donald Trump erwägt Medienberichten zufolge einen begrenzten Militärschlag im Iran, um den Druck auf die Gegenseite zu erhöhen.
Derweil beobachten Anleger auch die jüngsten Entwicklungen im Zollstreit der USA mit dem Rest der Welt. Nach der am Freitag verkündeten Entscheidung des Obersten US-Gerichtshofs gegen Teile der Zollpolitik von Präsident Donald Trump legte dieser mit einem neuen Zollsatz nach. Der Republikaner kündigte am Samstag auf der Plattform Truth Social einen weltweiten Zoll auf Importe in die USA von 15 Prozent an – statt der kurz davor bereits veranschlagten 10 Prozent.
Dies könnte wieder Sorgen in puncto einer globalen Konjunktureintrübung wecken und damit die Nachfrage nach Rohöl schmälern. Dies wiederum würde die Ölpreise unter Druck setzen. (awp/mc/ps)
