New York / London – Die Ölpreise haben am Mittwoch nach Angriffen auf Gasanlagen des Irans kräftig zugelegt. Am Nachmittag kostete Rohöl der Sorte Brent 108,25 Dollar und damit etwa viereinhalb Prozent mehr als am Vortag.
Zu Wochenbeginn war die Notierung für Rohöl der Sorte Brent aus der Nordsee noch zeitweise unter die Marke von 100 Dollar gefallen. Der Iran hat im Krieg mit den USA und Israel neue Angriffe auf Teile seiner Gasindustrie gemeldet und damit den jüngsten Preisschub am Ölmarkt ausgelöst.
Betroffen seien petrochemische Anlagen bei der Industriestadt Asalujeh, berichteten die Nachrichtenagenturen Tasnim und Mehr. Näheres dazu wurde zunächst nicht bekannt. Ob Israel oder die USA für die Luftangriffe verantwortlich waren, blieb zunächst unklar.
Weitere Eskalation befürchtet
Durch die Angriffe auf die iranischen Anlagen wird am Markt weiteres Eskalationspotenzial befürchtet. Am Morgen waren die Ölpreise noch durch Bemühungen gebremst worden, den Transport von Rohöl aus den Fördergebieten am Persischen Golf abseits der Strasse von Hormus zu organisieren.
Zuletzt hat das Opec-Mitglied Irak eine Vereinbarung mit der Türkei zur Wiederaufnahme von Öltransporten getroffen. Mit den Lieferungen durch die Türkei kann ein Teil der irakischen Ölexporte die Strasse von Hormus umgehen.
Die Umleitung irakischen Öls über die Türkei kann die Angebotssorgen am Markt aber nur begrenzt lindern. Die Produktion des Förderstaates ist auf etwa 1,4 Millionen Barrel pro Tag gesunken – etwa ein Drittel des Niveaus vor der Schliessung der Strasse von Hormus. Auch in anderen Staaten am Persischen Golf sind die Öllager mittlerweile gefüllt, was zu einer Drosselung der Fördermenge führt. (awp/mc/pg)
