Ölpreise steigen wieder – Lieferströme aus dem Nahen Osten längerfristig gestört

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(Adobe Stock)

New York / London – Die Ölpreise sind am Donnerstag gestiegen und haben damit einem Teil der Verluste vom Vortag wieder wettgemacht. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der globalen Referenzsorte Brent zur Lieferung im Juli legte um rund ein Prozent auf 106,10 US-Dollar zu. Zur Wochenmitte war die Notierung für Rohöl aus der Nordsee noch zeitweise um etwa sieben Dollar je Barrel nach Aussagen von US-Präsident Donald Trump gefallen.

Trump hatte erklärt, einen neuen Angriff auf den Iran zu verschieben – mit der Begründung, dass es ernsthafte Verhandlungen gebe. Er sprach von einer positiven Entwicklung, woraufhin die Ölpreise zeitweise deutlich unter Druck geraten sind.

Im Verlauf der Woche hatten mehrfach Meldungen über Bemühungen für ein Ende des Iran-Kriegs die Ölpreise bewegt. Derzeit ist Rohöl der Sorte Brent mehr als 40 Prozent teurer als vor dem Iran-Krieg, der Ende Februar begonnen hatte.

Obwohl ein Ende des Iran-Kriegs die Ölpreise nach unten drücken werde, dürften die Folgen des Kriegs noch für längere Zeit Auswirkungen am Ölmarkt haben, warnte Joe DeLaura, globaler Energiestratege bei der Rabobank. Seiner Einschätzung nach dauert es bis zu 55 Tage, um Öl vom Persischen Golf an seinen Bestimmungsort zu transportieren. In dieser Zeit könnten die Lagerbestände von Industriestaaten auch nach einem Ende des Iran-Kriegs weiterhin abgebaut werden.

Selbst wenn der Konflikt mit dem Iran unverzüglich enden würde, würden sich die Öllieferströme aus dem Nahen Osten erst weit bis ins Jahr 2027 hinein vollständig erholen, prognostizierte Sultan Ahmed Al Jaber, Chef der staatlichen Ölgesellschaft der VAE. Die Sperrung der Strasse von Hormus sei die schwerwiegendste Versorgungsstörung, die jemals verzeichnet wurde, so Al Jaber. (awp/mc/ps)

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