Ölpreise trotz Katar-Konflikt leicht gefallen

(Foto: Fotolia/TTstudio)

New York – Die Eskalation der diplomatischen Beziehungen unter den Golfstaaten hat die Ölpreise am Dienstag nicht gestützt. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent fiel bis zum späten Nachmittag auf 49,11 US-Dollar. Das waren 34 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) sank um 20 Cent auf 47,19 Dollar.

Saudi-Arabien, Ägypten, die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain hatten am Montag die diplomatischen Beziehungen zu Katar abgebrochen. Dem Land wird eine Verbindung zum internationalen Terrorismus nachgesagt. «Ob und in welchem Ausmass auch Energielieferungen von der gestrigen Entscheidung betroffen sind, lässt sich noch nicht abschätzen», schrieben die Analysten der Commerzbank. Katar sei zwar ein wichtiger Lieferant von verflüssigtem Erdgas, beim Erdöl aber ein vergleichsweise kleiner Akteur.

Eines der kleinsten Opec-Länder
So ist Katar für mehr als 30 Prozent der weltweiten Exporte von Flüssigerdgas verantwortlich. Bei der Rohöltagesproduktion von aktuell 620’000 Barrel pro Tag gehört das Land allerdings zu den kleinsten Opec-Ländern. Insgesamt fördert die Opec 32,2 Millionen Barrel pro Tag. Katar ist also für weniger als zwei Prozent der gesamten Opec-Ölförderung verantwortlich. Selbst das durch einen Bürgerkrieg gebeutelte Libyen fördert derzeit mehr als Katar. Sollte das Land allerdings die Förderbegrenzung der Opec nicht mehr mittragen, könnten auch andere Länder diesem Beispiel folgen, schrieben die Commerzbank-Analysten.

Der kuwaitische Ölminister Issam Almarzooq machte jedoch am Dienstag deutlich, dass sein Land die Förderbeschränkungen der Opec weiter einhalten will. Tatsächlich sehen viele Experten die Opec durch den Konflikt nicht in Gefahr. So hatte es in der Vergangenheit immer wieder politische Auseinandersetzungen und Kriege zwischen den Mitgliedsländern gegeben, ohne dass die Arbeit und die Abkommen der Organisation in Frage gestellt wurden. Beispielsweise sind während des in den 1980iger Jahren stattfinden achtjährigen Krieges zwischen Iran und Irak die ersten Förderquoten überhaupt durchgesetzt worden. Auch der jüngste Konflikt zwischen dem Iran und Saudi-Arabien im Jemen hat die Arbeit der Opec nicht in Frage gestellt. (awp/mc/pg)

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