Genf – Der Luxusgüterkonzern Richemont hat das bereits sehr starke Vorjahresquartal übertroffen. Trotz der hohen Vergleichsbasis legten die Verkäufe sowohl nach Bereichen als auch nach Regionen und je Distributionskanal im Weihnachtsquartal im Vergleich zum Vorjahr zu konstanten Währungen teils sehr deutlich zu. Der wichtige chinesische Markt inklusive Hongkong und Macau setzte die Erholung aus dem Vorquartal fort.
Die vier Schmuckhäuser der Gruppe – Buccellati, Cartier, Van Cleef & Arpels und Vhernier – erzielten im dritten Quartal 2025/26 (per Ende Dezember) einen Umsatzanstieg von 6 Prozent auf 4,8 Milliarden Euro. In konstanten Währungen lag das Wachstum bei 14 Prozent. Richemont spricht am Donnerstag von einer «erfolgreichen Weihnachtssaison in allen Häusern».
Auch das Uhrengeschäft fand im Vergleich zum Vorjahresquartal zu Wachstum zurück mit +1 Prozent. Organisch wuchs der Bereich gar um 7 Prozent. Dabei sei das zuletzt sehr harzig verlaufene Uhrengeschäft in allen Regionen gewachsen, hiess es.
Schwache Währungen und Materialkosten belasten
Auf Gruppenebene lieferte Asien-Pazifik den grössten Beitrag mit einem Umsatzanteil von 29 Prozent. Als einzige Region ist der Umsatz mit -2 Prozent weiterhin rückläufig. Zu konstanten Währungen fand sie aber im Vergleich zum Vorjahr zu Wachstum zurück mit +6 Prozent und setzte damit den Trend aus dem Vorquartal fort. Der Umsatz in China, Hongkong und Macau stieg um 2 Prozent, was aber vor allem auf die solide Entwicklung in Hongkong zurückzuführen sei.
Der zweitgrösste Markt Americas (Umsatzanteil: 27%; organisches Wachstum: +14%) legte kräftig zu, aber auch Europa (24%; +8%) zeigte sich robust. Insbesondere die für Richemont «kleineren» Regionen Naher Osten & Afrika sowie Japan mit einem Umsatzanteil von je 10 Prozent verzeichneten die grössten Wachstumsraten mit +20 Prozent respektive +17 Prozent.
Alle Vertriebskanäle hätten zum Umsatzwachstum beigetragen, so der Genfer Konzern weiter. Dabei wuchsen die Verkäufe über den Detailhandel (72% Umsatzanteil) mit organisch 12 Prozent am stärksten. Der Grosshandel zog um 9 Prozent an. Beim Online-Handel lief es noch am wenigsten rund: organisch +5% Prozent, -1% in tatsächlichen Währungen. Damit lag der Umsatzanteil bei knapp 6,5 Prozent.
Derweil investiere Richemont konsequent weiter in die Maisons, um das Wachstum in einem «komplexen makroökonomischen Umfeld» zu fördern. Schwächere Hauptverkaufswährungen sowie steigende Materialkosten drückten auf die Margen. (awp/mc/ps)
