Alpiq will künftig Power-to-Gas-Anlagen bauen

Jasmin Staiblin

Alpiq-CEO Jasmin Staiblin. (Foto: Alpiq)

Lausanne – Alpiq steigt in den Bau von Power-to-Gas-Anlagen ein. Dazu hat der Energiekonzern Diamond Lite übernommen, einen kleinen Schweizer Spezialisten für Erzeugungsanlagen von Wasserstoffgas.

Die Power-to-Gas-Anlagen sollen für europäische Industriekunden geplant, errichtet und vermarktet werden, wie der Energiekonzern am Montag mitteilte. Der Kaufvertrag wurde am 30. Juni unterzeichnet. Über den Preis wurde Stillschweigen vereinbart.

Diamond Lite mit Sitz in Herisau habe drei Mitarbeiter und werde in den kommenden Monaten in den Konzern integriert, sagte eine Alpiq-Sprecherin auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Zu Umsatz und Gewinn werden keine Angaben gemacht.

Partnerschaft mit globalem Marktführer
Beteiligt war Diamond zum Beispiel am Hybridwerk Aarmatt der Regio Energie Solothurn sowie an einer Wasserstoffproduktionsanlage am Wasserkraftwerk der IBAarau. Das Unternehmen unterhält zudem eine langjährige Partnerschaft mit Proton OnSite, dem globalen Marktführer für die fortschrittlichste Elektrolysetechnologie, wie Alpiq schreibt.

Bei der kleinen Übernahme handle es sich um einen strategischen Schritt, um Zugang zu technischem Know-how und Erfahrung in einem künftig wachsenden Geschäft zu erlangen, so die Sprecherin weiter. Alpiq baut seit längerem die Energiedienstleistungen aus, um sich unabhängiger vom traditionellen Geschäft der Stromproduktion zu machen.

Dekarbonisierung der Gesellschaft
Mit Blick auf den Anlagenbau ist der Konzern bereits in verschiedenen anderen Bereichen tätig. Der Einstieg in das Power-to-Gas-Geschäft ist nach Ansicht von Alpiq besonders interessant, weil verschiedene Sektoren gleichzeitig betroffen sind. Dies auch vor dem Hintergrund einer fortschreitenden Dekarbonisierung der Gesellschaft: Bislang fossil geprägte Sektoren wie Mobilität oder Wärme und Kälte könnten in Zukunft verstärkt mit Brenn- und Treibstoffen versorgt werden, die aus CO2-neutralem, erneuerbarem Strom erzeugt wurden.

Beim Power-to-Gas-Prozess wird mittels Elektrolyse aus Strom und Wasser energiereiches Wasserstoffgas hergestellt. Dieses kann direkt als Energieträger verwendet werden oder alternativ mit CO2 zu Methangas oder flüssigen Brenn- und Treibstoffen synthetisiert werden. Mögliche Anwendungsgebiete der Technologie sind in der Transportlogistik und künftig in der Luftfahrt, wie Alpiq schreibt.

Die Alpiq-Aktie gewann nach der Ankündigung am Montagmorgen bei einem leicht stärkeren Gesamtmarkt an Wert: Der Kurs stieg bis 10.25 Uhr um 0,9% auf 82,7 CHF. (awp/mc/upd/ps)

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