Barry Callebaut steigert Verkaufsvolumen im ersten Quartal um 8,9%

Barry Callebaut

(Foto: Barry Callebaut)

Zürich – Der weltgrösste Schokoladekonzern Barry Callebaut (BC) hat die Corona-Pandemie hinter sich gelassen. Verkaufsvolumen und Umsatz legten im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2021/22 deutlich zu. Entsprechend werden auch die Mittelfristziele bestätigt.

Die Verkaufsvolumen stiegen in der Periode von September bis November 2021 um 8,9 Prozent auf 610’048 Tonnen (organ. +8,1%), wie es in einer Mitteilung vom Mittwoch heisst. Damit wurde nicht nur der coronabedingt schwache Vorjahreswert deutlich übertroffen, sondern auch der Wert aus dem Jahr vor der Pandemie, und zwar um gut 4 Prozent.

Breites Wachstum
Das Ergebnis wurde dabei vor allem angetrieben vom Schokoladengeschäft mit einem Wachstum von 9,6 Prozent, womit BC rund drei Mal schneller wuchs als der globale Schokoladenmarkt (+3,1%). Alle Regionen und zentralen Wachstumstreiber haben laut Mitteilung zu diesen Ergebnissen beigetragen.

Der Bereich Gourmet & Spezialitäten etwa wuchs um mehr als ein Drittel – er hatte in der Pandemie wegen geschlossener Hotels und Restaurants aber auch besonders gelitten. Das Geschäft in den Schwellenländer legte derweil um 11,0 Prozent zu und das Outsourcing-Geschäft um 4,5 Prozent. Letzteres beinhaltet die Produktion von Schokoladeartikeln für grosse Konzerne wie Nestlé, Cadbury oder Hershey. Es habe im Berichtsquartal vor allem vom Anlaufen neuer Verträge in Osteuropa profitiert, sagte ein Sprecher gegenüber AWP.

Auch die Division Global Cocoa verzeichnete ein positives Volumenwachstum von 6,0 Prozent. Die Auswirkungen der Pandemie, die zu einem unausgewogenen Kakaomarkt sowie Engpässen in der Lieferkette führten, hätten aber zu einem anhaltend schwierigen Umfeld geführt, hiess es dazu.

Beim Umsatz ergab sich ein Plus von 14,3 Prozent auf 2,03 Milliarden Franken. Das Umsatzwachstum sei durch das insgesamt inflationäre Umfeld beeinflusst worden, dem BC für den Grossteil des Geschäfts mit einem Cost-Plus-Modell begegne. Das bedeutet zum Beispiel, dass höhere Rohstoffkosten direkt auf die Preise draufgeschlagen werden.

Mit den vorgelegten Zahlen wurden die Schätzungen von Analysten gemäss AWP-Konsens klar übertroffen. Erwartet worden war ein Plus von lediglich 7,4 Prozent beim Volumen und ein Umsatz von 1938 Millionen Franken.

Weiter schwieriges Umfeld
Im Ausblick sieht sich das Unternehmen «auf Kurs, die Mittelfristziele zu erreichen». Man sei gut aufgestellt, so CEO Peter Boone in der Mitteilung, um den Wachstumskurs fortzusetzen. Das globale Marktumfeld leide aber noch immer unter den Auswirkungen von Covid-19, einschliesslich der Engpässe in den Lieferketten und den Folgen eines aus dem Gleichgewicht geratenen Kakaomarktes.

Für die Dreijahresperiode bis und mit dem Geschäftsjahr 2022/23 will BC gemäss den Zielen eine Steigerung der Verkaufsmenge von jährlich 5 bis 7 Prozent erreichen, zudem soll der EBIT stärker zulegen als das Volumenwachstum in Lokalwährungen. Konkret bedeutet das, dass im Jahresdurchschnitt 30’000 bis 40’000 Tonnen zusätzlich über den genannten Zeitraum verkauft werden sollen.

Beim wichtigsten Rohstoff Kakaobohnen erwarte man eine «weiterhin volatile Preisentwicklung mit leichter Tendenz nach oben», sagte der Sprecher. Im vergangenen Quartal sind die Preise gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal um 2,1 Prozent gestiegen.

Die Prognose für die globale Angebots- und Nachfragesituation bei Kakaobohnen für 2021/22 habe sich von einem Über- zu einem Unterangebot verändert. Grund dafür seien Sorgen über die Ernteentwicklung in Ghana und die Erwartung einer rekordhohen Vermahlung von Kakaobohnen, so BC.

Die Zahlen kamen bei Analysten gut an. «Wie erwartet ein dynamischer Jahresstart», kommentierte etwa die ZKB, wobei vor allem das starke Abschneiden des sehr profitablen Gourmetgeschäfts positiv sei. (awp/mc/pg)

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