Barry Callebaut wechselt CEO aus und holt Ex-Unilever-CEO

Hein Schumacher

Hein Schumacher übernimmt am 26. Januar die CEO-Funktion bei Barry Callebaut. (Foto: BC)

Zürich – Beim Schokoladenkonzern Barry Callebaut kommt es überraschend zu einem Chefwechsel. Der frühere Unilver-CEO Hein Schumacher übernimmt das Amt per 26. Januar 2026 bei dem mit sinkenden Absätzen kämpfenden Konzern. Der bisherige Konzernleiter Peter Feld verlässt das Unternehmen nach Abschluss des Transformationsprogramms «BC Next Level», wie Barry Callebaut am Mittwoch mitteilte.

Feld stand seit April 2023 an der Spitze des Konzerns und führte das Unternehmen durch eine Phase stark steigender Kakaopreise, volatiler Märkte und geopolitischer Unsicherheiten. Für die Übergabe stehe Feld dem Unternehmen weiterhin zur Verfügung, um insbesondere Wissen aus dem Transformationsprogramm weiterzugeben, hiess es. Feld war nicht unumstritten. Die Aktie des Schokoladenherstellers hat sich seit dem Höchststand 2022 inzwischen praktisch halbiert. Die Restrukturierung «BC Next Level » für mehr Effizienz, Digitalisierung und Profitabilität sah unter anderem Einsparungen von 250 Millionen Franken vor. Feld wurde dabei ein unzimperliches Vorgehen vorgeworfen.

Der Verwaltungsrat begründete die Ernennung Schumachers mit dessen langjähriger Erfahrung in der globalen Nahrungsmittelindustrie und seiner ausgewiesenen Erfolgsbilanz bei der Steigerung des Aktionärswerts. Schumacher war zuletzt von 2023 bis 2025 CEO von Unilever und setzte dort einen Wachstumsplan mit Fokus auf margenstarke Kernmarken um. Zuvor führte er während mehreren Jahren den Molkereikonzern Royal Frieslandcampina und hatte dort auch die Funktion des Finanzchefs inne.

Der neue CEO bringe Erfahrung aus B2C- und B2B-Geschäften sowie aus dem Umgang mit volatilen Rohstoffmärkten mit und sei damit gut positioniert, um die nächste Wachstumsphase von Barry Callebaut einzuleiten, hiess es weiter. Schumacher selbst sprach von einem «spannenden Wendepunkt» für das Unternehmen und kündigte an, den Fokus auf Kundenorientierung, Unternehmenskultur und finanzielle Stärke zu legen.

Barry Callebaut verkauft erneut massiv weniger Schokolade
Der Abgang von Feld folgt auf ein schwaches erstes Quartal des Geschäftsjahres 2025/26. Der Konzern verkaufte deutlich weniger Schokolade als im entsprechenden Vorjahresquartal. Das Verkaufsvolumen ging in der Periode von September bis November 2025 um satte 9,9 Prozent zurück, wie der weltgrösste Schokoladenkonzern am Mittwoch mitteilte. Im wichtigen Bereich Global Chocolate schrumpfte die Menge um 6,8 Prozent, im Bereich Global Cocoa um 22,0 Prozent. In absoluten Zahlen betrug die verkaufte Menge an Schokolade 509’401 Tonnen.

Der Umsatz stieg um 6,4 Prozent auf 3,67 Milliarden Franken, in Lokalwährung wären es sogar 8,9 Prozent gewesen. Der Zuwachs resultierte aus den höheren Kakaopreisen im Jahresvergleich. Die zuletzt leicht rückläufigen Kakaopreise pendelten sich inzwischen auf hohem Niveau ein, hiess es. Dies stimme für zuversichtlich für die zweite Jahreshälfte.

Gründe für den Volumenrückgang sind unter anderem weniger verkaufte Schokolade. Die Konsumenten hätten vorübergehend wegen der höheren Preise weniger gekauft, erklärte Barry Callebaut. Die strategische Entscheidung, im Bereich Global Cocoa stärker auf profitablere Segmente und Regionen zu setzen, habe ebenfalls zu einem niedrigeren Absatz beigetragen, hiess es.

Zu schaffen machte Barry Callebaut auch eine Panne in einer seiner grössten Produktionsstätten in Nordamerika. Das Werk im kanadischen Saint-Hyacinthe war im ersten Quartal rund drei Wochen ausgefallen. Ein technischer Defekt an einer Röstmaschine hinterliess deutliche Spuren im Ergebnis. (awp/mc/pg)

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