Clariant schliesst Verkaufsprogramm ab

Clariant-Standort Pratteln BL. (Foto: Clariant)

Muttenz – Der Spezialchemiekonzern Clariant hat einen Käufer für sein Pigmentgeschäft gefunden. Mit der Transaktion schliessen die Muttenzer ein vor fast drei Jahren gestartetes Devestitionsprogramm ab. Clariant bleibt aber auch künftig in Pigmenten investiert.

Der Bereich geht für bis zu 855 Millionen Franken an die deutsche Pigmentfirma Heubach und die amerikanische Investmentgesellschaft SK Capital Partners, wie Clariant am Montag mitteilte. Experten veranschlagten den Wert der Einheit, die Farbstoffe unter anderem für die Automobil- und Bauindustrie herstellt, auf 800 bis 900 Millionen Franken.

Der endgültige Preiszettel hängt von einer sogenannten Earn-out-Klausel über 50 Millionen Franken ab, abhängig von der Performance des Pigmentgeschäfts von Clariant im Jahr 2021. Die Transaktion soll in der ersten Jahreshälfte 2022 über die Bühne gehen.

Alles verkauft
Davor hatte Clariant bereits die Bereiche Pharma-Verpackungen und Masterbatches (Kunststoffgranulate) verkauft. Damit ist das Schaufenster des Herstellers von Spezialchemikalien nun leergekauft.

Den Verkaufsprozess hatte Clariant im Herbst 2018 angestossen, um sich auf wachstums- und margenstärkere Felder wie etwa Hochleistungskunststoffe für die Luftfahrt-, Elektronik- und Robotik-Branche oder Inhaltsstoffe für Shampoos zu konzentrieren.

Das eingenommene Geld hat Clariant zu einem Teil schon ausgegeben. Letzten Juli wurden den Aktionären 3 Franken je Aktie als Sonderausschüttung ausbezahlt. Der verbleibende Erlös soll für Investitionen in Innovationen sowie zur Stärkung der Bilanz verwendet werden.

Reinvestition in Pigmente
Das Pigmentgeschäft von Clariant bringt mit 1900 Mitarbeitenden einen Umsatz von rund 850 Millionen Franken auf die Waage. Durch den dem Zusammenschluss mit dem Heubach-Pigmentgeschäft wird ein Unternehmen mit 3000 Angestellten und einem Jahresumsatz von über 900 Millionen Euro entstehen.

An dieser noch zu gründenden Gesellschaft wird Clariant nach Abschluss der Transaktion einen Anteil von 20 Prozent kaufen. Das ermögliche es Clariant, von der verbesserten Profitabilität des Geschäfts zu profitieren. Zudem werde man an den Synergien aus dem Zusammenschluss mit dem Heubach-Pigmentgeschäft und an den dessen Wachstumschancen teilhaben, erklärte das Unternehmen. (awp/mc/pg)

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