Baar – Glencore hat seine Kupferproduktion in den ersten neun Monaten 2026 leicht gesteigert. Im dritten Quartal ging die Förderung allerdings deutlich zurück. Bei Kohle und anderen wichtigen Rohstoffen verlief die Entwicklung unterschiedlich. An seinen Jahresprognosen hält der Rohstoffkonzern fest.
Von Januar bis Ende September förderte der Rohstoffkonzern 598’600 Tonnen Kupfer, wie der Produktionsbericht vom Donnerstag zeigt. Das sind 3 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Im ersten Halbjahr hatte die Produktion noch um 15 Prozent zugelegt.
Grund dafür waren vor allem höhere Fördermengen und bessere Erzgehalte in den afrikanischen Minen sowie höhere Kupfergehalte in der peruanischen Antamina-Mine. Dagegen belasteten die Schliessung der australischen Mount-Isa-Kupfermine und der Verkauf der kanadischen Kidd-Mine die Produktion. Bereinigt um diese Effekte stieg die Förderung um 12 Prozent.
Im dritten Quartal sank die Kupferproduktion allerdings um 16 Prozent auf 201’600 Tonnen. Für das Schlussquartal erwartet Glencore wieder eine Steigerung, vor allem dank höherer Erzgehalte und besserer Ausbeute in der chilenischen Collahuasi-Mine.
Kupfer spielt in der Wachstumsstrategie des Konzerns eine zentrale Rolle. Bis 2035 will Glencore die Jahresproduktion auf rund 1,6 Millionen Tonnen steigern.
Unterschiedliche Entwicklung bei Kohle
Auch Kohle ist ein wichtiges Standbein von Glencore. Bei der Produktion zeigte sich allerdings ein uneinheitliches Bild. Die Förderung von Kraftwerkskohle stieg in den ersten neun Monaten um 1 Prozent auf 73,9 Millionen Tonnen. Die für die Stahlproduktion wichtige Kokskohleförderung sank dagegen um 13 Prozent auf 21,5 Millionen Tonnen.
Grund dafür seien vor allem eine geringere Ausbeute und tiefere Verarbeitungsmengen beim kanadischen Kohlegeschäft Elk Valley Resources (EVR). Insgesamt sank die Kohleproduktion um 3 Prozent auf 95,4 Millionen Tonnen.
Auch die übrigen Metalle entwickelten sich unterschiedlich. So brach die Zinkproduktion um 23 Prozent auf 547’200 Tonnen ein. Die Kobaltförderung sank um 52 Prozent auf 13’700 Tonnen. Hintergrund sind Exportbeschränkungen in der Demokratischen Republik Kongo. Die Nickelproduktion stieg dagegen um 4 Prozent auf 54’600 Tonnen.
Jahresziele bestätigt
Für das Gesamtjahr bestätigt Glencore bei der Kupferproduktion die Zielspanne von 810’000 bis 870’000 Tonnen (Vorjahr: 851’600). Erwartet wird eine Produktion am unteren Ende der Spanne.
Bei der Kraftwerkskohle bleibt die Zielspanne bei 96 bis 101 Millionen Tonnen (VJ: 98 Millionen), bei der Kokskohle bei 30 bis 32 Millionen Tonnen (VJ: 32,5 Millionen). Hier rechnet der Konzern mit einer Produktion am oberen respektive unteren Ende der Spanne.
Auch die Anfang Oktober erhöhte Prognose für das Rohstoffhandelsgeschäft bestätigt Glencore. Der Konzern erwartet für 2026 weiterhin einen bereinigten Marketing-EBIT von mehr als 5 Milliarden US-Dollar. Im ersten Halbjahr hatte Glencore in diesem Geschäft bereits 3,3 Milliarden Dollar verdient. (awp/mc/pg)
