Konjunkturerwartungen von Analysten und Ökonomen trüben sich ein

(Bild: Adobe Stock)

Zürich – Analysten und Ökonomen blicken pessimistischer auf den weiteren Konjunkturverlauf in der Schweiz. Im Oktober haben sich die im UBS-CFA-Indikator gemessenen Expertenerwartungen zum Vormonat deutlich verschlechtert. Positiver als zuletzt wurde dagegen die aktuelle Konjunkturlage beurteilt.

Der UBS-CFA-Indikator fiel gegenüber September um 17,9 auf -15,3 Punkte, wie die Grossbank UBS am Mittwoch mitteilte. Dies sei der stärkste Rückgang seit März 2026 gewesen. Damals hatte der Ausbruch des Nahostkonflikts für Verunsicherung gesorgt. Der Index fiel im Berichtsmonat nach drei positiven Monaten erstmals wieder in den negativen Bereich.

Zugleich sei die aktuelle Konjunkturlage in der Schweiz im Oktober allerdings nochmals deutlich positiver beurteilt worden als im September, hiess es weiter. Das relativiere den Rückgang bei den Konjunkturerwartungen.

Inflationssorgen bleiben
Mit Gegenwind rechnen die Finanzexperten aus der Eurozone. Die dortige Konjunkturlage wird von einem Drittel der Befragten als schlecht beurteilt, während die Hälfte mit einer weiteren Verschlechterung rechnet. In den USA wird derweil von der Hälfte der Befragten eine Konjunktureintrübung erwartet und ein Drittel beurteilt die gegenwärtige Konjunkturlage als gut.

Zugleich gehen die Experten weiterhin von einem Anstieg der Inflation sowohl in der Eurozone als auch in den USA aus. Die Einschätzung sei jedoch weniger eindeutig ausgefallen als im Vormonat. Für die Schweiz halten sich die Meinungen, ob die Inflation ansteigt oder unverändert bleibt, in etwa die Waage.

Zweigeteilt sind auch die Einschätzungen, ob die Zinsen in der Schweiz in den nächsten sechs Monaten steigen oder unverändert bleiben. Für die Eurozone und die USA erwarten derweil 80 Prozent einen Zinsanstieg. Ein ähnliches Bild ergebe sich bei den längerfristigen Zinsen, so die UBS. Klar verstärkt haben sich indes die Erwartungen auf eine weitere Aufwertung des Frankens.

SNB-Zinserhöhung wahrscheinlicher
Mit Blick in die Zukunft haben sich die Wachstumsprognosen für die Schweizer Wirtschaft für das kommende Jahr seit der Juli-Umfrage nicht verändert. Die Finanzexperten erwarten im Durchschnitt nach wie vor ein BIP-Wachstum von rund 1,4 Prozent. Dabei würden je 40 Prozent ein Wachstum zwischen 1 und 1,5 Prozent beziehungsweise zwischen 1,5 und 2 Prozent prognostizieren, hiess es.

Bezüglich der Inflation in der Schweiz gehen in der Umfrage mittlerweile 60 Prozent von einer Teuerung von 1 Prozent und höher im nächsten Jahr aus. Die durchschnittliche Inflationserwartung liege bei 1,1 Prozent und damit höher als noch vor drei Monaten, so die Mitteilung weiter.

Das führt dazu, dass die Experten vermehrt von einer Abkehr der Schweizerischen Nationalbank (SNB) von ihrer Nullzinspolitik ausgehen. Rund ein Drittel der Analysten erwartet, dass der SNB-Leitzins in den nächsten zwölf Monaten um 0,5 Prozentpunkte angehoben wird. Und lediglich ein Fünftel geht von keiner Zinserhöhung aus, nachdem im April und Juli zwei Drittel keine Veränderung erwartet hatten.

Die Umfrage wurde zwischen dem 15. und dem 21. Oktober durchgeführt, wobei sich 78 Experten daran beteiligten. (awp/mc/ps)

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