Migros will mit neuem Verteilzentrum im Onlinegeschäft wachsen

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Delivery Box von Migros online. (Foto: Migros)

Regensdorf – Die Migros will mit ihrem neuen Verteilzentrum in Regensdorf ZH das Online-Geschäft deutlich ankurbeln. Das Sortiment wächst um 60 Prozent.

Konkret werden künftig 21’000 Produkte bei Migros Online verfügbar sein, nachdem es bisher 12’500 gewesen waren, wie der Detailhändler am Dienstag vor den Medien in Regensdorf bekannt gab. Damit erreiche man im Onlinehandel die Standardsortimentsbreite von einem MMM-Supermarkt der Migros, sagte Migros-Online-Chefin Katrin Tschannen.

Auf einer Fläche von rund 38’000 Quadratmetern auf vier Etagen können im neuen Zentrum künftig bis zu 7500 Bestellungen pro Tag verarbeitet werden.

Kapazitäten werden hochgefahren
Damit will die Migros Gas geben, nachdem das neue Verteilzentrum bisher für Lücken im Onlineshop gesorgt hat. Grund dafür war, dass das Ende Mai in Betrieb gegangene Distributionszentrum schrittweise hochgefahren wurde.

Das habe dazu geführt, dass einzelne Produkte sowie Teile des Frischesortiments kurzzeitig nicht verfügbar seien, hatte ein Konzernsprecher vor einer Woche erklärt. Man sei daran, das Problem mit den Lücken im Sortiment zu lösen, sagte Tschannen nun am Rande im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP.

Bislang laufe das neue Verteilzentrum in Regensdorf auf 25 bis 30 Prozent der Kapazität. Bis im nächsten Februar wolle man auf 70 Prozent der Kapazität hochfahren, sagte Tschannen. Derzeit würden rund 200 Angestellte in Regensdorf arbeiten. Im Vollausbau sollen es bis zu 500 Mitarbeiter sein.

Künftig verkürzen sich mit dem neuen Verteilzentrum die Lieferzeiten deutlich: Im Grossraum Zürich seien Lieferungen mittelfristig am selben Tag möglich, hiess es weiter.

Steiles Wachstum möglich
Mit dem neuen Zentrum könne die Migros Online wieder wachsen, nachdem sie zwei Jahre lang am Anschlag gewesen sei. Die Logistikleistung in Regensdorf sei mehr als doppelt so gross wie an den bisherigen Standorten in Pratteln BL und Bremgarten AG. Dies sei eine deutliche Effizienzsteigerung. Die Zeichen zeigen bereits nach oben: Im August lagen die Bestellungen um 17 Prozent über dem Vorjahr, der Umsatz wuchs um 12 Prozent.

Tschannen peilt ein Wachstum im Onlinegeschäft von durchschnittlich über 10 Prozent pro Jahr an. Im vergangenen Jahr hat Migros Online 362 Millionen Franken Umsatz gemacht.

Der Schweizer Online-Markt wird von den zwei orangen Detailhandelsriesen dominiert. Coop.ch hatte dabei im vergangenen Jahr mit einem Marktanteil von 48 Prozent knapp die Nase vor Migros Online, die auf einen Marktanteil von 47 Prozent kam.

81 Prozent der Produkte bei Migros Online sind Frischeprodukte wie beispielsweise Obst, Gemüse, Fleisch oder Milchprodukte sowie sonstige Lebensmittel. 15 Prozent sind Near- oder Non-Food-Produkte wie Haushaltsartikel oder Pflegeprodukte. 4 Prozent der Bestellungen entfallen auf Bier, Wein und Spirituosen.

Der typische Kunde mache bei Migros Online seinen Wocheneinkauf. Im Schnitt bestellt ein Kunde 56 Artikel. Pro Lieferung seien gut 4 Boxen nötig mit einem Gesamtgewicht von bis zu über 50 Kilogramm.

Schliessung der zwei bisherigen Standorte
Das neue Zentrallager in Regensdorf ersetzt die beiden bisherigen Standorte in Bremgarten und Pratteln. Pratteln habe man bereits im Juni geschlossen. Bremgarten werde dichtgemacht, sobald Regensdorf voll hochgefahren sei, sagte Tschannen.

Die Höhe der Investitionen in Regensdorf wollte sie nicht beziffern. Das Gebäude habe die Migros schon besessen. Es sei bis zur Pandemie ein Verteilzentrum des Gastrogrosshändlers Saviva gewesen.

Allen 250 Mitarbeitern von Bremgarten und Pratteln habe man eine mindestens gleichwertige Stelle in Regensdorf angeboten, erklärte die Migros. Drei Viertel davon hätten angenommen, sagte Tschannen im Gespräch. Dagegen bleibe der Standort in Ecublens VD für die Westschweiz bestehen.

Allerdings auch nicht mehr allzu lange. «Denn der Standort ist zu klein», sagte Tschannen. Man suche einen neuen Standort, der mit 60’000 Quadratmetern nochmals deutlich grösser wäre als Regensdorf. Dort sollen dann einst 400 bis 500 Angestellte arbeiten. (awp/mc/pg)

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