PETRANIX-Studie: Schweizer Börsenunternehmen sind für CSRD/ESRS gut gerüstet

David Hauser

Dr. David Hauser, Partner und Senior Advisor bei PETRANIX. (Foto: PETRANIX/mc)

Wollerau – PETRANIX-Studie zeigt: 37 Prozent der untersuchten Unternehmen berichten bereits nach ESRS, weitere 24 Prozent haben wesentliche Elemente der Standards übernommen. Damit verfügen die meisten grossen und mittelgrossen Schweizer Börsenunternehmen über die wesentlichen Grundlagen für eine ESRS-konforme Berichterstattung. Die grösste Herausforderung liegt weniger in der Datenerhebung als vielmehr in der Anpassung bestehender Berichte an die neue ESRS-Struktur.

Für die Analyse hat PETRANIX die Geschäfts- und Nachhaltigkeitsberichte von 54 an der SIX Swiss Exchange kotierten Large- und Mid-Cap-Unternehmen ausgewertet. Die Stichprobe deckt einen Gesamtumsatz von rund CHF 639 Milliarden und damit mehr als 80 Prozent des Schweizer Aktienmarkts. Untersucht wurden unter anderem die Anwendung von Reporting-Standards, die doppelte Wesentlichkeitsanalyse (DMA) sowie Umwelt-, Sozial- und Governance-Angaben gemäss den European Sustainability Reporting Standards (ESRS).

Das Ergebnis: 37 Prozent der analysierten Unternehmen berichten bereits gemäss ESRS. Weitere 24 Prozent der Berichte beziehen sich explizit auf die ESRS und haben wesentliche Elemente der Standards übernommen. TCFD-Berichterstattung und die Transparenz über nicht-finanzielle Belange (OR 964b ff.) finden sich am häufigsten in den Berichten, dicht gefolgt von den GRI-Standards, die 85 Prozent der Unternehmen anwenden. 26 von den 33 ESRS-ausgerichteten Unternehmen (79%) berichten nach ESRS und GRI.

«Die meisten grossen Schweizer Unternehmen bauen beim Sprung zu ESRS nicht bei null auf, sondern auf einem soliden Fundament aus GRI, TCFD und den bereits bestehenden Berichtspflichten gemäss Obligationenrecht», sagt Dr. David Hauser, Partner und Senior Advisor bei PETRANIX. «Der Aufwand liegt nun vor allem darin, diese Bausteine in die Struktur der ESRS zu überführen.»

Doppelte Wesentlichkeitsanalyse fast flächendeckend, Qualität sehr unterschiedlich
Nahezu alle untersuchten Unternehmen (98%) haben bereits eine doppelte Wesentlichkeitsanalyse zur Bestimmung der materiellen Themen durchgeführt. Die Art der DMA-Prozessbeschreibung schwankt jedoch erheblich: Während einige Unternehmen ihre DMA während mehreren Seiten erläutern, verwenden andere dafür nur wenige Zeilen. Zudem variiert die Qualität der Prozessbeschreibungen stark. Hier bieten die vereinfachten ESRS-Standards eine Möglichkeit, die DMA-Prozessbeschreibung zu überdenken.

Mehr Klarheit in der EU, offene Fragen in der Schweiz
Die Europäische Kommission hat die vereinfachten ESRS Anfang Juli 2026 verabschiedet. Erst mit der offiziellen Publikation im Europäischen Journal treten die vereinfachten ESRS dann in Kraft. «Es lohnt sich allerdings nicht, das formelle Verfahren abzuwarten, weil keine Änderungen erwartet werden. Betroffene Unternehmen können mit der im Juli publizierten überarbeiteten ESRS-Version (siehe EFRAG Knowledge Hub) bereits jetzt loslegen» empfiehlt Dr. David Hauser. Zudem ist für gewisse Schweizer Unternehmen und nicht-europäische Unternehmen ein eigenständiger Standard der ESRS-40a in Vorbereitung, der rund 100 bis 150 Schweizer Unternehmen direkt betreffen dürfte. Der Entwurf befindet sich aktuell in der öffentlichen Konsultation. Der ESRS-40a gilt erstmals für das Berichtsjahr 2028, die ersten Berichte werden 2029 veröffentlicht. Parallel dazu ist auf nationaler Ebene die Frist über die Vernehmlassung zur nachhaltigen Unternehmensführung (NUFG) abgelaufen und es bleibt abzuwarten, wie die verschiedenen Kommentare in den Gesetzesvorschlag einfliessen werden.

«Wer heute schon nach ESRS berichtet, sollte die Vereinfachungen nutzen, um die Berichte zu straffen und stärker zu fokussieren. Wer den Umstieg noch vor sich hat, sollte sich zuerst auf die Struktur konzentrieren – die wesentlichen Daten und Prozesse sind in den meisten Fällen bereits vorhanden», sagt Dr. David Hauser. «Wichtig ist, jetzt einen klaren Zeitplan zu entwickeln, damit der Übergang zu den vereinfachten ESRS oder den ESRS-40a bis ins Geschäftsjahr 2028 reibungslos verläuft.»

PETRANIX stellte die Studienergebnisse gemeinsam mit SIX Swiss Exchange am 24. Juni 2026 im Rahmen eines Webinars vor. Unternehmen können die Ergebnisse der Studie als Benchmark für ihre eigene ESRS-Readiness nutzen. Weitere Informationen und individuelle Einordnungen sind bei PETRANIX erhältlich. (PETRANIX/mc)

Über PETRANIX
PETRANIX ist eine auf Corporate-, Finanz- und Nachhaltigkeitskommunikation spezialisierte Beratungs- und Design-Boutique mit Sitz in Wollerau (SZ). Seit 25 Jahren begleitet das Unternehmen Firmen in den Bereichen Strategische Kommunikation, Corporate Reporting, Sustainability & Governance, Investor Relations und Corporate Publishing. PETRANIX ist SIX Trusted Provider und verfügt über die GRI-Zertifizierung «GRI Certified Sustainability Professional». Wir veröffentlichen regelmässig Newsletter zu Themen aus Corporate Reporting, Nachhaltigkeitsberichterstattung oder Designtrends.

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