PMI Schweiz: Industrie kann Dynamik aufrechterhalten

(Bild: Fotolia / Eisenhans)

Zürich – Im Februar kletterte der procure.ch Purchasing Managers’ Index (PMI) um 1.1 Punkte nach oben und schloss auf 55.4 Zählern. Damit notiert der PMI weiterhin klar über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten und sogar leicht über dem langjährigen Durchschnitt von 55 Punkten. Das Wachstum der Schweizer Industrie scheint demnach nach wie vor solide zu sein, wie die Credit Suisse, welche den PMI gemeinsam mit procure.ch erfasst, am Freitag mitteilte.

Der Blick auf die Subkomponenten stimmt verhalten zuversichtlich: So präsentiert sich die Auftragslage nach wie vor als gut, was weitere Produktionssteigerungen in den kommenden Monaten erwarten lässt. Die entsprechende Subkomponente ist sogar oberhalb der Wachstumsschwelle leicht angestiegen. Zudem nahmen im Februar die Lieferfristen beschleunigt zu, was ein Indiz für eine gute Kapazitätsauslastung ist. Die Unternehmen stellten denn auch verbreitet neues Personal ein. Die entsprechende Subkomponente kletterte ebenfalls nach oben und erreichte den höchsten Stand seit September 2018. Die nach wie vor gute Arbeitsmarktlage ist ein Spiegelbild sowohl einer gewissen Zuversicht der Unternehmen als auch einer soliden Grundlage für einen anhaltenden konjunkturellen Aufschwung in der Schweiz. Schliesslich ist die Arbeitsplatzsicherheit eine wichtige Determinante der Konsumentenstimmung. In der Februarumfrage waren hingegen die höheren Lagerbestände ein Wermutstropfen: Die Vorproduktlager nahmen trotz einer unveränderten Einkaufsmenge erneut zu, was auf eine unerwartet schwache Produktion hindeutet. Die Zunahme der Bestände der Verkaufslager wiederum deutet auf eine schwächer als erwartete Nachfrage hin.

Hoher Schweizer PMI im europäischen Vergleich
Auffällig ist, dass der Schweizer PMI seit mehr als einem Jahr deutlich höher notiert als seine Pendants in Deutschland oder der gesamten Eurozone, die im Februar sogar unter der Wachstumsschwelle schlossen (vgl. Abb. 3). Dieser Befund hält auch dann noch stand, wenn die generell höhere Schwankungsbreite des Schweizer PMI berücksichtigt wird (die wohl der geringen Landesgrösse geschuldet ist). Die Gründe für diese Entwicklung sind mannigfaltig: Erstens bremsen insbesondere in Deutschland teilweise temporäre Probleme in der Autoindustrie die Konjunktur und wirken sich die Streiks in Frankreich sowie die Unsicherheiten in Italien und um den Brexit ebenfalls negativ auf die EU-Dynamik aus. Zweitens erntet die Schweizer Industrie die Früchte der Massnahmen, die nach der abrupten CHF-Aufwertung 2015 zusätzlich ergriffen wurden. Und drittens war die Dynamik in der Schweiz in den Jahren der Anpassung an diese Aufwertung geringer, weshalb gewisses Aufholpotenzial besteht. (Credit Suisse/mc/ps)

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