Bern – Die Ruag und der US-Flugzeugbauer Lockheed Martin haben ihre Zusammenarbeit im Projekt Rigi vertraglich definiert. Emmen im Kanton Luzern werde damit zu einem von weltweit nur vier Standorten für die Endmontage und das Testing von F-35-Kampfjets, teilte die Ruag am Donnerstag mit.
Dies bilde den Kern der nun vertraglich definierten Zusammenarbeit zwischen der Ruag und Lockheed Martin, teilte das bundeseigene Rüstungsunternehmen am Donnerstag mit. Damit sei das Projekt Rigi in die nächste Phase übergegangen. Dieses soll die Ruag als «Life-Cycle-Support-Provider» für die Schweizer Armee positionieren und regionale Arbeitsplätze sichern.
Im Rahmen der detaillierten Projektplanung sei der Umfang des Vorhabens von ursprünglich vier auf drei Jets angepasst worden. Dies ermögliche den Aufbau der geplanten Fähigkeiten und gewährleiste, dass das Programm den definierten Anforderungen und den verfügbaren Ressourcen entspreche. Die ersten Teile für die Montage sollen bereits in der ersten Hälfte des kommenden Jahres in die Schweiz geliefert werden, der Produktionsbeginn ist für Herbst 2027 vorgesehen.
Nur vier Standorte
Durch diese Tätigkeit baue die Schweiz Fachwissen über den Kampfjet der neuesten Generation auf und stärke ihre Unabhängigkeit in der Instandhaltung. Die Ruag schaffe damit wichtige Voraussetzungen, um die langfristige Verfügbarkeit und Einsatzbereitschaft der Schweizer F-35-Flotte zu gewährleisten. Zudem sichere das Projekt regionale Arbeitsplätze und trage dazu bei, die Ruag als europäisches Kompetenzzentrum in der Militärluftfahrt zu positionieren, hiess es.
Emmen werde durch das Projekt Rigi zu einem von weltweit lediglich vier Standorten für die Endmontage und das Testing von F-35-Jets. Damit positioniere sich die Ruag als wichtiger Partner im internationalen F-35-Netzwerk.
Jürg Rötheli, Präsident des Ruag-Verwaltungsrats, betonte in der Mitteilung die strategische Bedeutung des Projektes. Rigi sei für Ruag ein strategisches Schlüsselprojekt und präge die Rolle der Schweiz in der Militärluftfahrt für die kommenden Jahrzehnte. «Damit leisten wir einen konkreten Beitrag zur nationalen Sicherheit und Verteidigungsfähigkeit», sagte er.
Projekt stand auf der Kippe
Das Verteidigungsdepartement (VBS) hatte 2025 beschlossen, am Projekt Rigi festzuhalten. Dieses stand nach dem Bekanntwerden möglicher Mehrkosten von bis zu 1,3 Milliarden Franken für die Kampfjets auf der Kippe. Das VBS hatte von der Ruag Anfang 2025 eine Untersuchung zu den Kosten und Nutzen des Projektes Rigi angefordert. Geprüft wurden betriebswirtschaftliche sowie sicherheitspolitische Aspekte und die technische Machbarkeit.
Massgebend für den Entscheid, das Projekt weiter zu verfolgen, seien primär sicherheitspolitische Aspekte gewesen, sagte Rüstungschef Urs Loher damals. Es gehe darum, dass Schlüsselkompetenzen im Inland verankert werden.
Laut dem VBS und der Ruag sollte auch geprüft werden, wie sich das Rüstungsunternehmen zu einem europäischen Zentrum für Militärluftfahrt weiterentwickeln könne. Falls die Schweiz die Rahmenbedingungen so gestalte, dass andere Länder ihre F-35 in der Schweiz warten lassen können, eröffne dies auch wirtschaftliche Perspektiven.
Laut der Ruag sind derzeit 400 Personen im Jetbereich tätig, ein Grossteil davon in Emmen. Das VBS ging letzten Herbst davon aus, dass die Ruag mit dem Projekt rund 120 Arbeitsplätze im Jetbereich erhält. Auf Anfrage hiess es bei der Ruag, mit dem Projekt könne man Arbeitsplätze kompensieren, die mit der Aufgabe der FA-18- oder Tiger-F-5-Kampfjets wegfielen. (awp/mc/pg)
