Schweizer Biotech-Branche stellt neue Rekorde auf

Biotechnologie

(Unsplash)

Basel – Die Schweizer Biotech-Industrie hat 2025 ihren Wachstumskurs fortgesetzt und erreichte neue Höchstwerte bei Umsatz, Finanzierung und Beschäftigung. Derweil zeigte sich bei den Produktzulassungen geographisch betrachtet ein gemischtes Bild, wie aus dem am Dienstag publizierten «Swiss Biotech Report» hervorgeht.

So stieg der Gesamtumsatz im vergangenen Jahr auf 7,5 Milliarden Franken (2024: 7,2 Mrd.) und markierte damit einen neuen Rekord, wie aus dem von der Swiss Biotech Association gemeinsam mit EY und sechs Partnerorganisationen veröffentlichten Report hervorgeht.

Treiber waren vor allem eine steigende Zahl von Unternehmen mit marktfähigen Produkten sowie die anhaltend hohe Nachfrage nach spezialisierten CDMO-Dienstleistungen. Wie es weiter heisst, entfielen 53 Prozent der gesamten Schweizer Exporte auf die chemisch-pharmazeutische und Life-Sciences-Industrie, wobei Immunologika – darunter therapeutische Proteine, Zelltherapien und Impfstoffe – einen Rekordanteil von 20 Prozent erreichten (2024: 18%).

Unternehmen werden reifer
Frederik Schmachtenberg, Partner bei EY und Global Life Sciences Lead for Financial Accounting Advisory Services, betont denn auch im Gespräch mit AWP, dass diese Umsatzzahlen nicht nur aus Produktverkäufen von Biotechunternehmen bestehen, sondern auch aus CDMO-Aktivitäten sowie Lizenzdeals mit Upfront- und Meilensteinzahlungen. «Der Rekordumsatz zeigt auch, dass mehr Unternehmen kommerziell werden und nicht mehr ausschliesslich in der Forschungsphase sind.»

Die Kapitalzuflüsse erhöhten sich ebenfalls leicht auf 2,6 Milliarden Franken (+2,1%), wobei sich die Finanzierungsstruktur deutlich verschob: Privat finanzierte Unternehmen gewannen stark an Bedeutung. Sie nahmen mit 1,15 Milliarden (+38%) so viel Kapital auf wie noch nie.

Diese Entwicklung unterstreiche die wachsende Rolle internationaler Kapitalquellen und von Investoren in privat finanzierten Biotech-Unternehmen. Laut Schmachtenberg zeigen sich die Investoren in privat finanzierten Unternehmen «weitgehend unbeeindruckt von der weiterhin etwas angespannten Kapitalmarktsituation und investieren weiterhin aus Überzeugung.» Für den Experten stellt dies denn auch keine strukturelle Verschiebung dar, sondern eher einen stabilen Trend trotz schwieriger Börsenmärkte.

China wird immer wichtiger
Gleichzeitig gaben die Unternehmen 2,5 Milliarden Franken für Forschung und Entwicklung aus nach 2,6 Milliarden 2024. Damit blieben sie trotz eines leichten Rückgangs gegenüber dem Vorjahr weiterhin auf hohem Niveau. Gleichzeitig erreichte die Beschäftigung mit über 21’000 Vollzeitstellen einen neuen Höchststand, was die anhaltende Expansion der Branche widerspiegelt.

Bei den Produktzulassungen zeigte sich unterdessen ein gemischtes Bild: Während die Zahl der Zulassungen in den USA, Europa und der Schweiz leicht zurückging, konnte sie in anderen wichtigen Märkten wie China und Kanada gesteigert werden. Dies deutet auf eine zunehmende geografische Diversifizierung der Marktzugänge hin.

«China wird nicht nur als Markt wichtiger, sondern auch in Bezug auf Forschung und Entwicklung», hält Schmachtenberg von EY fest. «In den vergangenen Jahren hat China stark aufgeholt und bringt zunehmend interessante Produktkandidaten hervor.» Solche Transaktionen – dass Schweizer Firmen Forschungs-Projekte aus China einlizenzieren – hätte man vor fünf oder zehn Jahren kaum gesehen. (awp/mc/ps)

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