Vollsperrung der deutschen Rheintalbahn hat Folgen für die Schweiz

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(Foto: SBB)

Basel/Rastatt – Die für den Schweizer Schienenverkehr wichtige deutsche Rheintalbahn auf der Linie Basel-Karlsruhe wird im kommenden August wegen Bauarbeiten für die Dauer von drei Wochen komplett gesperrt. Die SBB haben das Angebot reduziert, der Güterverkehr wird grossräumig umgeleitet.

Die Vollsperrung vom 9. bis 30. August steht im Zusammenhang mit Bauarbeiten für den Vierspurausbau. Um den südlichen Anschluss des Rastatter Tunnels fertigzustellen, sei eine Vollsperrung geplant, sagte Projektleiter Philipp Langefeld diese Woche der Nachrichtenagentur DPA.

«Es ist nicht alltäglich, dass man so etwas macht. Es ist aber die bessere Variante», sagte Langefeld: «Sonst hätte man rund 50 Einzelsperrungen machen müssen, beispielsweise an Wochenenden.»

Im August 2017 hatte es beim Bau der Unterquerung der bestehenden Rheintalbahn eine Havarie im Tunnel gegeben. Die Gleise darüber sackten ab, der Verkehr stand für sieben Wochen still.

Deutschland und die Deutsche Bahn (DB) investieren umgerechnet rund 14 Milliarden Franken in den viergleisigen Ausbau der rund 200 Kilometer langen Strecke im Rheintal. Ziel ist es, im Jahr 2041 fertig zu werden.

SBB haben Fahrplan angepasst
Während die Güterzüge in der Zeit der Vollsperrung über Österreich und Frankreich umgeleitet werden, werden für den Personenverkehr Busse zwischen Baden-Baden und Rastatt verkehren. Und dies wird Auswirkungen auf Reisende aus der Schweiz haben.

Die SBB haben den Fahrplan bereits angepasst: Es wird ein reduziertes Angebot geben. Ein ICE pro Stunde werde von Basel bis Baden-Baden fahren, wie die SBB auf Anfrage Angaben der «Basler Zeitung» bestätigten.

Die Nachtzüge (Nightjets) nach Berlin und Hamburg verkehrten ab Zürich via Schaffhausen, der Halt in Basel entfalle. Der Nightjet nach Amsterdam verkehre derweil rund dreieinhalb Stunden früher und nur ab Basel.

Bahn im «Krisenmodus»
Die Vollsperrung sorgt auch im Güterverkehr für einen Engpass. Nach Angaben von SBB Cargo International beträgt die Umleitungskapazität rund 100 Güterzüge pro Tag. Auf der Rheintalbahn verkehren im Idealfall rund 200 Güterzüge pro Tag.

Die Schweiz habe sich beim Bahnverkehr über die Rheinstrecke aus Deutschland auf zwei weitere Jahre «in Krisenmodus» eingestellt, sagte Peter Füglistaler, Direktor des Bundesamtes für Verkehr, im Dezember der Nachrichtenagentur DPA: «2024 und 2025 ist absehbar, dass es mehrere grössere Baustellen und Sperrungen gibt. Da wird in Krisenmodus gefahren.» (awp/mc/pg)

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