Exclaim Robotics mit 4,29 Millionen Euro Pre-Seed-Finanzierung für Roboterwartung von KI-Rechenzentren

Helen Oleynikova, CEO und Gründerin von Exclaim Robotics (Bild: Exclaim Robotics, Moneycab)

Zürich – Exclaim Robotics, ein in Zürich ansässiges Startup, das Roboter für die Wartung von KI-Rechenzentren entwickelt, hat mit einer Pre-Seed-Finanzierungsrunde in Höhe von 4,29 Millionen Euro (4,95 Millionen US-Dollar) unter der gemeinsamen Leitung von Founderful und Playfair den Stealth-Modus verlassen. 

Das Unternehmen entwickelt autonome mobile Roboter, die routinemässige Reparatur- und Wartungsarbeiten in KI-Rechenzentren durchführen.

„Das Innovationstempo in der Rechenzentrumsinfrastruktur erinnert an den Wettlauf ins All: Die Leistungsdichte treibt die gesamte Branche an die Grenzen der physikalischen Gesetze. Flüssigkeitskühlung, 800 V Gleichstrom in der gesamten Anlage, möglicherweise mit Flüssigstickstoff gekühlte supraleitende Sammelschienen. Die manuelle Wartung dieser Anlagen wird von Jahr zu Jahr gefährlicher, und genau diese Aufgabe sollten Roboter übernehmen“, sagte Helen Oleynikova, CEO und Gründerin von Exclaim Robotics

Das Unternehmen wurde 2026 von Oleynikova gegründet, die 15 Jahre lang im Bereich Robotik bei Willow Garage, Google, Microsoft, NVIDIA und der ETH Zürich tätig war und an der ETH Zürich im Fachgebiet Kartierung und Planung für unübersichtliche, unstrukturierte Umgebungen promoviert hat. Sie war Mitentwicklerin von nvblox, der Bibliothek für 3D-Kartierung und Kollisionsvermeidung, die mittlerweile in NVIDIA Isaac ROS enthalten ist und von Robotik-Teams weltweit genutzt wird. 

Zu ihr gesellt sich der Gründungsingenieur Patrick Pfreundschuh, der an der ETH Zürich promoviert hat, das LiDAR-Inertial-Odometrie-System BIEVR-LIO entwickelt hat und zum Siegerteam der DARPA Subterranean Challenge gehörte. Zwei weitere Gründungsingenieure werden im Jahr 2027 zum Unternehmen stossen. 

Das Unternehmen gibt an, dass die nächste Generation von KI-Rechenzentren die Stromversorgung mit 800 Volt Gleichstrom direkt im Rack selbst durchführen wird. Bei dieser Spannung birgt das Öffnen eines Racks die Gefahr eines Lichtbogenunfalls, und gewöhnliche Wartungsarbeiten wie der Austausch eines defekten Laufwerks oder das Wiedereinsetzen eines optischen Transceivers werden zu gefährlichen Arbeiten. Diese Entwicklung vollzieht sich vor dem Hintergrund eines rasanten Ausbaus der Kapazitäten von KI-Rechenzentren, der das Angebot an ausgebildeten Fachkräften übersteigt, so Exclaim Robotics. 

In einem modernen Rechenzentrum wird fast alles aus der Ferne verwaltet: Bereitstellung, Planung, Ausfallsicherung und Netzwerkbetrieb. Die physikalische Ebene bildet hier die Ausnahme. Wenn Hardware ausfällt, muss immer noch jemand zum Rack gehen. Der von Exclaim entwickelte Roboter muss sich selbstständig durch den Datenraum bewegen, sich an einem Rack positionieren und die Vorderseite vom Boden bis zur oberen Schiene bearbeiten, ohne dass Änderungen am Gebäude vorgenommen werden müssen. 

Das Unternehmen beginnt mit den aufwendigsten Reparatur- und Wartungsarbeiten, darunter der Austausch und die Reinigung von Optiken und SFPs, die Verkabelung von Kupfernetzwerken sowie der Austausch von Festplatten. Exclaim weist darauf hin, dass sein Ansatz darin besteht, zunächst in einer Simulation zu trainieren, in der ein Roboter eine Aufgabe weitaus öfter üben kann, als dies auf echter Hardware möglich ist, und die Arbeit anschliessend an echten Gestellen mit echten Sensoren zu wiederholen, bis sie zuverlässig genug ist, um darauf vertrauen zu können. 

„Das grössere Problem ist nicht so sehr die Bewegung, sondern die Umgebung: In den Regalen herrscht ein dichtes Kabelgewirr, und ein Roboter muss erst verstehen, was er vor sich sieht, bevor er etwas sicher berühren kann. Wenn seine Sicherheit bei einer Aufgabe gering ist, übergibt er die Aufgabe an einen Fernbediener, anstatt sie selbst zu versuchen“, erklärte das Startup. 

„KI-Rechenzentren wachsen schneller, als man sie mit Personal ausstatten oder sicher warten kann, und die 800-V- Dieser Wandel wird die gesamte Art und Weise, wie diese Infrastruktur betrieben wird, grundlegend verändern. Helen und ihr Team von der ETH Zürich, NVIDIA, Microsoft und Google sind genau die richtigen Leute, um diese Herausforderung zu meistern. Wir haben Exclaim unterstützt, weil Helen genau die Gründerin ist, die man braucht, wenn ein schwieriges Problem dringlich wird“, sagte Antonia Albert, Principal bei Founderful.

Das Unternehmen plant, dieses Kapital für den Bau seiner ersten Prototypen, die Anschaffung von Robotik-Hardware und den Ausbau des Ingenieurteams zu verwenden. Derzeit sucht es in Zürich Robotik- und Hardware-Ingenieure. Das längerfristige Ziel von Exclaim besteht darin, diese Technologie überall dort einzusetzen, wo die Instandhaltung der Infrastruktur gefährlich, abgelegen oder schwer zugänglich ist, wobei Hochspannungs- und Energieinfrastrukturen das nächste Ziel darstellen. (EU-Startups/mc/hfu)


Exclaim Robotics

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