Bürokratie bleibt Hauptsorge der KMU – sgv fordert konsequenten Abbau

Urs Furrer

Urs Furrer, Direktor des Schweizerischen Gewerbeverbands sgv. (Foto: sgv)

Eine Stellungnahme des Schweizerischen Gewerbeverbands sgv

Bern – Das heute vom SECO veröffentlichte Moni­toring der Regulierungsbelastung unter­streicht, was der sgv seit Jahren betont: Bürokratie ist die grösste Sorge der Schwei­zer KMU. Der Verband fordert einfache Regeln, klare Entlastungen und eine objektive Erfassung der tatsächlichen Belastungen.

Der Schweizerische Gewerbeverband sgv begrüsst die Lancierung des neuen Monitorings der Regulierungsbelastung (regmonitor.ch). Dieser basiert auf dem vom sgv initiierten Bundesgesetz über die Entlastung der Unternehmen von Regulierungskosten (UEG). Das Monitoring bestätigt die Ergebnisse des KMU-Monitors des sgv vom November 2025: Bürokratie bleibt die zentrale Herausforderung für Schweizer Unternehmen, insbesondere bei Bauprojekten. «Die Zahlen zeigen, was unsere Mitglieder täglich spüren: Die administrative Belastung wächst stetig und hemmt die Wettbewerbsfähigkeit», sagt Urs Furrer, Direktor des sgv.

Unvollständige Erfassung der Belastungen
Wehrmutstropfen: Das Monitoring erfasst zwar formelles Landesrecht, nicht aber die tatsächlichen Kosten der Regulierung oder Belas­tungen durch behördliche Erwartungen, Aktionspläne und Selbstregulierungsvorgaben. Beispiele wie die Selbstregulierung bei Lebens­mitteln oder die Deklaration zur Zuckerreduktion zeigen zudem: Unternehmen sehen sich zunehmend mit informellen, aber bindenden Vorgaben konfrontiert. Diese ersetzen oft klare Rechtsgrundlagen und schaffen Rechtsunsicherheit.

Wettbewerbsfähigkeit braucht einfache Regeln
Die Schweiz verfügt kaum über natürliche Ressourcen. Unser Wirtschaftsmodell basiert hauptsächlich auf funktionierenden Rahmen­be­dingungen und tiefer administrativer Belastung. Doch die Komplexität der Normen steigt. Der sgv fordert deshalb, dass Regeln einfach und klar verständlich sind. «Einfache, verständliche Gesetze sind kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit», sagt Urs Furrer. Studien belegen: KMU leiden besonders unter übermässiger Regulierung, da sie weniger Ressourcen für die Bewältigung komplexer Vorschriften haben.

«Die Zahlen zeigen, was unsere Mitglieder täglich spüren: Die administrative Belastung wächst stetig und hemmt die Wettbewerbsfähigkeit. Einfache, verständliche Gesetze sind kein Luxus, sondern eine Not­wendig­keit.»

Urs Furrer, Direktor des sgv

sgv treibt Entlastung voran
Seit der Wintersession 2025 hat der sgv eine Serie von Entlastungsvorstössen lanciert, darunter die Regulierungskostenbremse und die Forderung nach unabhängigen Schätzungen der Regulierungskosten. «Wir brauchen eine objektive Datengrundlage, um gezielt zu ent­lasten», so Urs Furrer. Das Monitoring ist ein erster Schritt, doch es muss weiterentwickelt werden, um alle Belastungsfaktoren abzu­decken.
Fazit: Bürokratieabbau ist Chefsache

Die Schweiz steht im internationalen Vergleich zwar weiterhin gut da. Der IMD World Competitiveness Ranking zeigt jedoch klar, dass andere Länder aufholen. Für die Schweiz ist diese Entwicklung besonders relevant: Als wirtschaftlich erfolgreiches Land betreiben wir keine klassische Industriepolitik und verfügen über keine nennenswerten natürlichen Ressourcen. Unser Wohlstand basiert daher in hohem Masse auf wettbewerbsfähigen Rahmenbedingungen und einer möglichst tiefen administrativen Belastung. (sgv/mc/ps)

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