Schwimmende Powerbank für Seeschiffe

Schwimmende Powerbank: Diese versorgt ein Schiff mit Strom. (Foto: eliremaritime.com)

London/Harwich/Eveleigh – Mit einer riesigen schwimmenden Powerbank will ein britischen Konsortium unter der Leitung von Elire Maritime die Emissionen in Häfen drastisch reduzieren. Auf der Plattform, die aus drei sechseckigen Modulen mit einer Fläche von rund 1.200 Quadratmetern besteht, befinden sich mehrere Brennstoffzellen, die eine Leistung von insgesamt 1,3 Megawatt haben. Der Strom, den sie erzeugen, wird in einem Batterieblock gewissermassen zwischengelagert, der 45 Megawattstunden speichern kann.

Bordsysteme laufen im Hafen
Der Solarstrom fliesst aus Modulen mit einer Leistung von 146 Kilowatt hinein. Die Brennstoffzellen verbrauchen pro Woche bis zu 8.000 Kilogramm Wasserstoff, der allerdings vorerst aus Ergas hergestellt werden soll. Trotzdem sind die Einsparungen an CO2 enorm. Sie liegen bei bis zu 77 Prozent im Vergleich zu Schiffen, die am Liegeplatz ihren eigenen Strom erzeugen.

Hafenstädte werden massiv durch die Abgase der Schiffe belastet, die an den Kais liegen, um be- oder entladen zu werden. In dieser Zeit läuft pro Schiff zumindest ein Dieselgenerator, dessen Abgase meist weitgehend unbehandelt in die Luft gepustet werden. Die Stromerzeugung ist nötig, um die Bordsysteme wie Beleuchtung und Klimatisierung in Betrieb zu halten. In einigen Häfen gibt es bereits an einzelnen Liegeplätzen überdimensionale Steckdosen, aus denen Schiffe Strom beziehen, sodass sie ihre Dieselgeneratoren abschalten können. Doch diese Landstromversorgungen sind noch ziemlich selten.

Attraktiv für Kreuzfahrtschiffe
Die Elire-Maritime-Plattform soll diese Lücke füllen oder genauer gesagt, ein wenig verkleinern. Denn dass Häfen Dutzende davon anschaffen, ist unwahrscheinlich, denn die Investitionskosten dürften im hohen sechsstelligen Bereich liegen. Immerhin liefern sie genügend Strom für Kreuzfahrtschiffe, deren Reedern daran gelegen ist, den Schiffen ein grünes Image zu verpassen, um umweltbewusste Gäste nicht abzuschrecken.

Eine Besonderheit ist das von Rux Energy entwickelte Wasserstoffspeichersystem, das nanoporöse Materialien – diese speichern Wasserstoffmoleküle in mikroskopisch kleinen Poren – nutzt, um das Gas kompakt und bei niedrigem Druck zu speichern. Das ist ein bedeutender Sicherheits- und Logistikvorteil gegenüber Drucktanks für hochkomprimierten Wasserstoff oder Kryotanks für verflüssigten Wasserstoff. (pte/mc/ps)

Original-Beitrag bei pressetext

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