SGKB investment views: An den Aktien kommt man auch 2026 nicht vorbei

Thomas Stucki, Chief Investment Officer bei der St.Galler Kantonalbank. (Foto: SGKB)

Von Thomas Stucki, CIO der St. Galler Kantonalbank

St. Gallen – Die Aktienmärkte haben sich 2025 trotz den Turbulenzen rund um die amerikanische Zollpolitik erfreulich entwickelt. Die amerikanischen TechAktien legten nach ihrem Einbruch im Frühjahr eine eindrückliche Erholung hin. Von der starken Nachfrage nach Tech-Titeln profitierten auch die Aktien in China und den anderen ostasiatischen Ländern, während in Europa die Rüstungsprogramme der EU-Länder das Zugpferd waren. Die Schweizer Aktien konnten trotz eines guten Starts und einem zweistelligen Wertzuwachs mit den anderen Märkten nicht mithalten. Die Performance der Aktienindizes täuscht jedoch darüber hinweg, dass verschiedene Aktien trotz guten Zahlen der Firmen deutlich an Wert verloren.

2025 hat den Schweizer Anlegerinnen und Anlegern einmal mehr ins Bewusstsein gerufen, dass die Währungsrisken auch bei den Aktien nicht ausgeblendet werden dürfen. Die Schwäche des US-Dollars machte die Kursgewinne der US-Aktien weitgehend zunichte. Auch in China und in Japan trübte die Währungsentwicklung die Freude. In Franken gerechnet schafften es die Schweizer Aktien trotz der tieferen Performance hinter den europäischen Märkten dennoch aufs Podest.

US-Wirtschaft ist das Zünglein an der Waage
Die geopolitischen Unsicherheiten und die aggressive Handelspolitik der Amerikaner werden 2026 ein Thema bleiben. Dennoch sind die Vorgaben für die Aktienmärkte nach wie vor gut. Die Wirtschaft in den USA zeigt sich widerstandsfähiger als befürchtet. Zudem wird die Fed ihren Leitzins weiter senken. Die anhaltenden Investitionen in Technologie und in KI-Infrastruktur werden eine wichtige Stütze der Wirtschaft bleiben. Die US-Regierung wird im Vorfeld der Zwischenwahlen im nächsten Herbst ein grosses Interesse haben, die Konjunktur nicht zusätzlich zu belasten. Wir gehen daher von einem ansprechenden Wachstum in den USA aus. Für Europa und vor allem für Deutschland sind die konjunkturellen Erwartungen bescheiden. Das öffnet den Raum für positive Überraschungen.

Unternehmen sind anpassungsfähig
Die grossen, börsenkotierten Unternehmen haben 2025 gezeigt, dass sie sich an die rasch ändernden Rahmenbedingungen gut anpassen können. Es zahlt sich aus, dass die Firmen gefühlt seit der Finanzkrise 2008 mit einem Sonderereignis nach dem andern konfrontiert sind. Mit dieser Erfahrung haben sie sich breiter aufgestellt und die notwendigen Prozesse zur Anpassung der Strukturen sind eingespielt. Diese Eigenschaft wird auch 2026 gefragt sein. Die Erwartungen der Analysten an die Gewinne der Unternehmen sind entsprechend hoch. Neben einer soliden US-Wirtschaft sind die Gewinnsteigerungen der Firmen die zweite Grundlage für unseren positiven Ausblick.

Schweizer Aktien mit Aufholpotenzial
Wer am Wachstum der Weltwirtschaft teilhaben will, kommt um eine solide Aktienallokation nicht herum. Da diesbezüglich die USA die Lokomotive sein werden, braucht es eine gewisse Allokation in US-Titeln. Das müssen nicht nur Technologieaktien sein. Der Schweizer Markt lockt in einem unsichereren Umfeld mit seinen konservativen Charakteristiken und einer hohen Dividendenrendite. Verschiedene Schweizer Aktien, welche 2025 abgestraft wurden, haben zudem Aufholpotenzial.

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