VP Bank Spotanalyse: Benzinpreise treiben Inflation in den USA

Thomas Gitzel, Chief Economist VP Bank. (Foto: VP Bank, Moneycab)

Von Thomas Gitzel, Chief Economist VP Bank

Die US-Inflationsrate steigt im März von 2.4% auf 3.3%. Im direkten Monatsvergleich erhöhen sich die Preise um 0.9%.

Haupttreiber sind die Benzinpreise. An den US-Tankstellen stieg der Preis für die Gallone Benzin im landesweiten Durchschnitt im März um knapp 40 % gegenüber Ende Februar. Dieser Preissprung wirkt direkt auf die Energiekomponente des Konsumentenpreisindex. Die Energiepreise steigen gegenüber dem Februar um knapp 11%.

Die Kerninflationsrate – also ohne Energie- und Nahrungsmittelpreise – bewegt sich dagegen nur moderat nach oben. Sie steigt von 2.5% auf 2.6%. Im direkten Monatsvergleich beläuft sich der Preisanstieg auf 0.2%. Preistreiber sind Flugreisen, Kleidung, Haushaltswaren und Neuwagen. Sinkende Preise bei Gebrauchtwagen wirken dämpfend. Sie bremsen den Anstieg des gesamten Konsumentenpreisindex.

Die amerikanische Notenbank (Fed) richtet den Blick nun auf mögliche Zweitrundeneffekte. Entscheidend ist, ob höhere Energiepreise weitere Preiserhöhungen auslösen. Dies hängt davon ab, wie schnell sich die Energiepreise wieder beruhigen. Bleibt die Entspannung aus, steigt das Inflationsrisiko.

Bei allen Notenbanken sitzt der Stachel des deutlichen Preisanstieges während und nach der Corona-Pandemie noch tief. Auch die Fed muss sich den Vorwurf gefallen lassen, damals zu spät reagiert zu haben. Im Zweifelsfall werden die Notenbanken dieses Mal früher handeln. Eine schnelle Leitzinserhöhung ist derzeit jedoch kein Basisszenario, doch die Fed wird vorerst auf weitere Zinssenkungen verzichten.

Exit mobile version